Tochter der Khasi

Mebada Khongjee ist die Königin des Dschungels. Jedenfalls an diesem Nachmittag, dem letzten, an dem das Waschen und Baden im Fluss noch erlaubt ist. Mit einer Plastiktüte mit ihren besten Kleidern ist sie die 137 vermoosten Stufen zum Wasser hinabgegangen. Der Fluss, der nur Fluss von Mawlynnong heißt, und dessen Wasser sich durch viele Verzweigungen bis zum Ganges zurückverfolgen lässt, ist jetzt, im Spätherbst, fast ausgetrocknet.

Mebada hat sich einen Felsen gesucht, auf dem sie vor der Kamera posiert. Sie hat Kleid um Kleid aus der Tüte gezogen, made in China, aus grellem Polyesterstoff und mit Rüschen und Spitzen daran. Sie hat gebettelt: Nur noch ein Foto. Sie hat die dunklen Haare und den Kopf zurückgeworfen, so wie sie es bei den Frauen in den Bollywood-Filmen gesehen hat. Um ihre nackten Füße floss das Wasser und über ihrem Kopf bildeten die Bäume ein dichtes Dschungeldach.

 

Wie immer ist die 17-Jährige am Morgen um vier Uhr aufgestanden und hat einen Spaziergang durch das schlafende Dorf gemacht. Es ist die einzige Zeit des Tages, die sie für sich alleine hat. Die Luft ist so früh am Morgen noch kühl und immer geht Mebada bis zu der kleinen Lichtung, die die Männer des Dorfes in den Dschungel gerodet haben, damit die Jungen Fußball spielen können. Dann sitzt sie einen Augenblick dort in der Morgenstille und hängt Träumen nach, von denen sie weiß, sie werden nicht erfüllt.

Mawlynnong, Mebadas Heimat, ist ein kleines Dorf im indischen Bundesstaat Meghalaya. Nicht weit von hier verläuft die Grenze zu Bangladesch, im Norden liegt der indische Bundesstaat Assam. Meghalaya bedeutet: wo die Wolken wohnen, und die Region macht ihrem Namen Ehre. Nirgendwo in Indien regnet es mehr als hier und die Wolken hängen stets so tief, dass man in sie eingehüllt ist wie in ein nasses Tuch.

In den East- und West-Khasi-Hills, Vorläufern des Himalaya-Gebirges, leben die Khasi, ein matrilineares Volk, dessen Erbfolge von der Mutter auf die Töchter übergeht. Rund 1,1 Millionen Angehörige hat diese Volksgruppe, bestehend aus Hunderten von Clans. Die meisten von ihnen leben in Meghalaya, einige Zehntausend in Assam oder Bangladesch.

Die über die Hügel verstreuten Dörfer sind erst seit einigen Jahren über feste Straßen zu erreichen. Mawlynnong liegt gut drei Stunden von Meghalayas Hauptstadt Shillong entfernt, tief im dichten Dschungel und ist von von kleinen Flüsschen umgeben. Rund 550 Menschen, verteilt auf 95 Häuser, leben dort, bis vor einigen Jahren noch verborgen vor dem Rest der Welt.

„Ich bin eben die Khaddu“, damit beendet Mebada jedes Gespräch über die Träume, denen sie auf ihren einsamen Morgenspaziergängen nachhängt. Mebada würde gerne Englisch studieren und Lehrerin werden, noch lieber würde sie einen Ausländer heiraten und nach Europa oder Amerika gehen. Nur: Sie ist eben die Khaddu.

Khaddu wird bei den Khasi immer die jüngste Tochter einer Familie. Der Titel verleiht der Trägerin das Recht, nach dem Tod der Eltern das Oberhaupt der Familie zu werden. Mebada wird das Haus erben, den Acker, den kargen Besitz aus Töpfen und Schränken, Blechlöffeln und Schüsseln, Matratzen und Kochlöffeln, aus ausgetretenen Schuhen und dünn gewaschener Kleidung. An ihr wird es sein, den Clan zu erhalten, im Geist der Ahnen und der ersten Urmutter der Khasi, aus deren Leib alles Leben kam.

Mebada würde gern Englisch studieren und Lehrerin weden. Aber als “Khaddu” hat sie andere Aufgaben.

Doch Khaddu zu sein, ist auch eine Verpflichtung. Mebada ist für ihre Eltern bis zu deren Tod verantwortlich. Es wird von ihr erwartet, im Elternhaus wohnen zu bleiben, sich um die Mutter, den Vater, die Brüder zu kümmern. Kochen, einkaufen, Wäsche im Fluss waschen, Kranke pflegen, putzen. Für Träume und Freiheit bleibt da kein Raum, jedenfalls nicht in Mawlynnong, wo alles noch immer so gemacht wird wie vor Jahrhunderten.

Durch ihre matrilineare Erbfolge, unterscheiden sich die Khasi deutlich von den anderen Volksgruppen Indiens. Bei den Khasi sind Töchter mehr wert als Söhne. Sie werden weder ausgesetzt, noch sexuell missbraucht, noch vergewaltigt. Jene Nachrichten, die aus anderen Bundesstaaten Indiens auch bis Mawlynnong dringen, stoßen dort auf großes Unverständnis. Frauen nicht zu achten, heißt für die Khasi, der Gesellschaft Schaden zuzufügen. Hat eine Familie nur Söhne, gilt sie als unglücklich, weil nur die Tochter die Kontinuität eines Clans fortsetzen kann.

Es ist 4.30 Uhr, als Mebada Feuer macht. Den Reis aufsetzt, das Daal aus Linsen kocht, aus Gemüseresten kleine Frikadellen backt. Die wird der Vater mit aufs Feld nehmen, die Brüder und die Mutter am Mittag essen, wenn Mebada noch in der Schule ist.

Die meisten Khasi sind von ihrer Naturreligion zum Christentum konvertiert – und essen gelegentlich Rindfleisch. Aus den Hufen wird Suppe gekocht.

Die Herdstelle ist das Zentrum des Hauses, besonders an kalten Tagen. Die Häuser der Khasi sind auf niedrigen Stelzen gebaut gegen Überschwemmungen, die Wände sind aus Bambus und Lehm, zur Monsunzeit dringt die Feuchtigkeit ein, im Winter die Kälte.

Mebadas Bewegungen sind schnell, routiniert. Der Tee darf nicht zu spät fertig sein, sonst wird der Vater schimpfen, die Mutter aus ihrem Bett zetern, in dem sie seit einigen Wochen mit einer Grippe liegt. Der Vater, Morkan, ist mit seinen 55 Jahren noch kräftig, aber die Mutter, Merona, neun Jahre jünger als er, ist schon fragil, mit einem Gesicht wie ein Vogel.

Die älteste Tochter der Familie Khongjee heißt Eva. Sie ist 26 Jahre und hat schon zwei eigene Kinder, Jasmin, 4, und Ida, 2. Nach Eva kommt Mebada und danach noch die beiden Söhne: Damutlang, der selten spricht, und am liebsten den ganzen Tag an der Herdstelle sitzt. Im Westen würde er als Autist gelten, aber bei den Khasi glauben sie, er lebe in einer anderen spirituellen Welt. Der Jüngste ist Datiplang, ein aufgeweckter 12-Jähriger, der den Familienclown spielt.

 

Vor drei Jahren zog auch Provenus zur Familie, Evas Lebenspartner. So ist es hier Sitte: Der Mann verlässt das Haus der Eltern, um im Haus der Schwiegereltern zu leben. Eva hat Provenus in Shillong kennengelernt, wo sie als Dienstmädchen bei einer reichen Khasi-Familie arbeitete. Er ist Handwerker von Beruf. Eva hat die Eltern nicht gefragt, ob ihnen diese Liebe passt, weil ein Khasi-Mädchen nicht fragen muss, sondern sich ihren Mann frei wählen darf. Und eng wird es ohnehin in den meisten Häusern, wenn die Schwiegersöhne einziehen und noch Kinder dazukommen.

Eva und Provenus haben nicht geheiratet, jedenfalls nicht offiziell. Die Khasi sind gläubige Christen seit der britischen Kolonialherrschaft. Doch trotz ihrer tiefen Religiosität reicht es bei ihnen, wenn Mann und Frau unter einem Dach leben, sie gelten dann als Ehepaar. Eine Hochzeit kostet Geld, doch die Menschen in den Dörfern sind arm. Sie leben von der Landwirtschaft und vom Fischen, sie können sich ernähren aber haben kaum Geld.

Niemals hat es bei den Khasi den Zwang gegeben, bei einem ungeliebten Mann bleiben zu müssen: Früher musste die Frau nur ein Tauschritual mit Münzen oder Muscheln vollführen, dann war sie vom Mann „geschieden“. Auch heute ist die Trennung eine leichte Sache, denn die matrilinearen Regeln der Khasi sind sogar in der Verfassung von Meghalaya verankert. Aller Besitz gehört den Frauen. Ein Mann kommt mit leeren Händen ins Haus der Frau, er muss auch mit leeren Händen wieder gehen. Auch auf die Kinder hat er keinen Anspruch. Kein Richter in Meghalaya würde einem Khasi-Vater je das Sorgerecht zusprechen, denn die Kinder gehören zum Clan der Mutter, der Vater aber nicht.

 

Provenus’ Familie wohnt in einem Dorf an der Grenze zu Assam. Er hat sie seit zwei Jahren nicht gesehen, weil eine Bustour hin und zurück rund fünfzehn Euro kostet. In Mawlynnong ist das ein Vermögen. Provenus, der sich mit Bauarbeiten durchschlägt und Eva, die bei Familien im Dorf putzen geht, verdienen zusammen fünfzig Euro in der Woche.

Fast zwei Jahre ging es damals gut, nachdem Eva mit Provenus wieder nach Hause gezogen war. Doch Provenus hatte nicht immer Arbeit, die Eltern beklagten sich, die Mutter sagte, was Mütter auf aller Welt zu ihren Töchtern sagen: Du hättest etwas Besseres finden können. Provenus hätte gern ein Haus für Eva gebaut. Aber ein Haus zu bauen, kostet 50 000 Rupien (etwas mehr als 700 Euro), bis sie die gespart haben, kann es noch Jahre dauern.

Provenus und die Schwiegereltern verstehen sich heute nicht mehr. Setzt sich Merona an die Herdstelle, verlässt er die Küche, kommt Morkan von der Arbeit, verlässt er das Haus. Es hat ohnehin nur vier Räume, viel zu wenig für neun Bewohner. Ein Raum gleich hinter der Eingangstür ist eine Art Wohnzimmer. Auf dem Boden liegen Reismatten, darauf schlafen die beiden Brüder und Mebada. Möbel gibt es nicht. Dann das Schlafzimmer der Eltern, darin ist ein Bett mit einer Strohmatratze. Im dritten Zimmer schläft Eva mit ihrer Familie. Mebada legt sich stets als Letzte hin, sie findet keine Ruhe, bis alle im Bett sind. Sie muss das Geschirr vom Abend waschen, die Wäsche falten, die Kleidung der Geschwister einsammeln und in die Schüssel legen, um sie am anderen Tag zum Fluss zu tragen. Meist ist es schon lange dunkel, wenn Mebada einschläft, das Dorf liegt in völliger Ruhe, nur die jüngsten Töchter sind in allen Häusern noch wach.

 

Wenn die Spannungen in der Familie zu groß werden, beginnt Eva als Erste zu streiten. Sie ist zäher, aufmüpfiger als die Schwester, die sich vor der Last der Verantwortung in Träume rettet. Mebada versucht, allen Streit wegzulächeln. Sie läuft dem Vater hinterher, eilt zur zeternden Mutter, während Eva, wie durch die eigenen Kinder geschützt, trotzig und laut wird. Die Brüder halten sich aus allem raus. Damilang sowieso, Datiplang spielt draußen auf seinem selbst gebauten Schlagzeug aus Plastikeimern und Blechstücken, die er an Ästen befestigt hat. Und Morkan nimmt sich eine Schachtel Zigaretten und geht zu seinen Freunden. Schweigend sitzen sie dann irgendwo im Dorf auf dem Boden und rauchen, solange, bis sie meinen, wieder genügend Luft für sich selber geholt zu haben.

Es ist eine seltsame Sache mit den Sitten der Khasi. Für beide Geschlechter bedeutet die matrilineare Tradition Stärke und Schwäche zugleich. Sie bewahrt die Frauen vor wirtschaftlicher Not und gibt ihnen in Beziehungen die Macht, sich eines ungeliebten oder gewalttätigen Mannes zu entledigen – aber nur theoretisch. Denn gleichberechtigt sind die Frauen deshalb noch lange nicht. In Mawlynnong und auch den anderen abgelegenen Dörfern der Hügel sind es noch immer die Männer, die das Geld verdienen, und es sind auch dort, wie in fast allen traditionellen Gesellschaften, die Frauen, die die Hauptlast der Familienarbeit tragen. Und sich zunehmend drüber beklagen.

In Shillong, der Hauptstadt von Meghalaya, hat die Khasi-Kultur schon tiefe Risse bekommen. Dort gibt es jüngste Töchter, die nicht für die Eltern sorgen, die fortgehen und sich Berufe suchen. Es gibt Frauen, die Jeans und Pumps tragen statt dem traditionellen Gewand, das an den Schultern mit einer Brosche befestigt wird. Es gibt Frauen, die rauchen und trinken und nur ein Kind bekommen wollen. Vor allem aber gibt es dort Frauen, die keine Khasi-Männer mehr heiraten wollen.

„Der Khasi-Mann ist wie ein Kind“, sagt Laloo Deepak und rührt mit düsterem Gesicht in seinem Morgentee. Es ist Sonntag in Mawlynnong, seit fünf Uhr läuten die Kirchenglocken alle zwei Stunden zur Messe. Aus der Kirche schallt Gesang herüber, auch die Familie Khongjee ist im Gottesdienst.

Deepak schiebt auf seinem Teller Reis und Linsen hin und her. „Unsere Kultur hat dazu geführt, dass der Mann keine Verantwortung übernimmt und infantil bleibt. Er ist ein Hedonist. Er will das Leben genießen, um jeden Preis. Wen wundert es, dass die Frauen keine Khasi-Männer mehr wollen?“ Deepak zeigt auf einen Schmetterling, der es sich auf einer Bougainvillea-Blüte bequem gemacht hat. „Die Männer meiner Generation, die sind wie die da. Flatterhaft.“

 

Deepak wohnt in Shillong, doch er baut in Mawlynnong ein Gästehaus. Seit das Dorf mit einer festen Straße angebunden wurde, kommen Touristen aus Assam und Delhi, machen Wanderungen im Dschungel und bestaunen die Kultur der Khasi. Der Tourismus hat Mawlynnong Geld gebracht und den Titel „Sauberstes Dorf Asiens“. Tatsächlich liegt kein Müll herum, alle Wege sind gefegt, die Abwasserrinnen sauber geschrubbt. Deepak ist mit der Hälfte der Menschen in Mawlynnong verwandt, er kennt die Männer, die mit vielen Frauen viele Kinder haben, weil sie ohnehin für keines der Kinder Verantwortung übernehmen müssen. Sie müssen auch keine Alimente zahlen. Er kennt die Kämpfe der Frauen, sich und die Kinder durchzubringen. Er kennt die Distanz, die in den Familien herrscht, weil die Frauen und die Kinder eine Einheit bilden und die Männer wie entfernte Planeten um sie kreisen.

Deepak gehört einer Gruppe von Männern an, die die matrilineare Erbfolge der Khasi abschaffen wollen. Sie verlangen, dass die Söhne so viel erben wie die Töchter. Die Männer wollen nicht mehr ins Haus der Schwiegereltern ziehen, vor allem aber wollen sie, dass die Kinder ihren Namen tragen und nicht mehr zum Clan der Mutter gehören. Sie sehen sich als Emanzipationsbewegung und Vorkämpfer für die Rechte der Männer. Sie behaupten, KhasiMänner würden früh sterben, aus Gram, weil sie sich ungeliebt und nutzlos fühlten oder wegen ihres ungesunden Lebens. Sie sagen, die matrilineare Struktur sorge für Uneinigkeit und Brüche in den Familien. Und sie sind Nationalisten. Aus ihren Argumenten spricht auch die Angst, dass die Khasi aussterben, weil die Khasi-Frauen lieber Männer heiraten, die nicht so kindlich sind.

4000 Mitglieder umfasst die Männerbewegung heute angeblich. Bislang sind sie an den Gerichten Meghalayas gescheitert, vor allem aber an der Frage, wann und warum die matrilineare Kultur entstand. Ist sie nur ihrer Zeit geschuldet oder ist sie der Kern allen Khasi-Seins? Sie sei entstanden, als die Männer Kriege führten und die Frauen daheim alles alleine regeln mussten, sagen die Emanzipationsmänner – daher könne sie jetzt wieder abgeschafft werden. Sie entspringe aus dem traditionellen Glauben, sagen die Gelehrten. Zwar hängen nur wenige Khasi der alten Religion an, doch dass die Frauen die Urmasse der Gesellschaft sind, dass sie Stabilität garantieren, aus dieser Erkenntnis, wurde eine Dreifaltigkeit: Mutter, Bruder und Vater sind die Träger der Familie, mit der Mutter als Oberhaupt, dem Bruder als Erzieher und Vorbild für die Kinder und dem Vater als Unterstützer des Bruders. So war es immer. Und so soll es auch bleiben, sagen die Traditionalisten.

Mebada weiß nicht, ob sie die Gesetze der Khasi ändern möchte. Es sei immer so gewesen, es habe wohl seinen Sinn, sagt sie, wenn man sie fragt. Dennoch würde sie gerne aus den Zwängen ausbrechen, hat Angst, der Last als Familienoberhaupt eines Tages nicht gewachsen zu sein.

Wenn Mebada aus der Schule nach Hause kommt, hat sie noch zwei Stunden Zeit, bis es dunkel wird. Zwei Stunden, um die Wäsche der Familie zu waschen. Und sich. Nun, wo der Hauptfluss gesperrt ist, müssen die Mädchen auf kleinere Flüsse ausweichen.

Die Flüsse um Mawlynnong sind mystische Orte. Im dunklen Schatten der Bäume gurgelt das Wasser durch Felsen, Kinder schwimmen in den ausgehöhlten Becken unter den Wasserfällen. Die Flüsse trennen das Dorf vom Dschungel, sie sind die Demarkationslinie zwischen dem Eigenen und dem Fremden. Dahinter beginnt die dichte Wildnis, erstreckt sich über viele Kilometer und fällt dann ab in die Ebene von Bangladesch. Umgefallene Bäume liegen im Fluss, strecken ihre Wipfel rettungssuchend zum anderen Ufer. Aus dem Fluss kommt der Duft von Erde, mischt sich mit dem der Seifenlauge.

 

Abseits der waschenden Mädchen stehen Jungen mit Bambusrouten als Angeln. Nur scheu wagen sie es, den Kopf zu den Mädchen zu drehen, schnell schauen sie wieder fort. Die Mädchen rubbeln und spülen, rubbeln erneut, mindestens eine Stunde lang. Dann gleiten sie selber in das Wasser, in Unterwäsche, schnell und kichernd. Sie treiben auf dem Rücken, ihre Haare schwimmen ihnen um den Kopf wie ein dunkler Kranz. Zurück auf dem Felsen legen sie die Beine zur Seite und im blätterdurchbrochenen Abendlicht sehen sie aus wie Flussnymphen. Dann kämmen und flechten sie sich die Haare, ziehen die Kleidung wieder über die nasse Unterwäsche, schultern die Schüsseln mit der Wäsche, laufen nach Hause.

„Spute dich, Mebada“, sagt Eva, als die Schwester das Haus betritt. „Du bist spät.“ Eva hat schon Feuer gemacht und Tee gekocht, hat das Essen für ihren Mann und ihre Töchter aufgesetzt. Mebada muss für die Eltern und die Brüder kochen, sie läuft und eilt, nie verlässt das Lächeln ihr Gesicht. Nach dem Essen sitzen die Geschwister zusammen um die Herdstelle, Eva und Mebada kuscheln mit den Kindern, Damilang schweigt, Datiplang baut aus Holz und Blechresten ein Auto. Auch die Eltern kommen hinzu, Eva kocht noch einmal Tee und alle tauchen süßen Zwieback hinein. „Wenn ich nicht die Khaddu wäre“, hatte Mebada am Nachmittag gesagt, „dann wäre ich freier. Aber ich würde trotzdem immer bei meiner Familie bleiben wollen.“

externer Link zum Artikel:

http://www.nido.de/artikel/tochter-der-khasi

Giftige Pflanzen im Garten, die für Kinder gefährlich sind

Auch wenn manche Pflanzen und Sträucher noch so schön aussehen und herrlich blühen sollten Eltern, wenn sie ihren Garten bepflanzen oder den Balkon mit Zierblumen verschönern, auf giftige Gewächse verzichten. Denn spielen öfter kleine Kinder dort und kommen mit Giftpflanzen in Berührung oder nehmen sogar Teile von giftigen Pflanzen in den Mund, so können sie ganz schnell in Gefahr geraten, denn schon geringe Mengen können bei Kleinkindern zu einer Vergiftung führen. Um sicher zu gehen, sollten Eltern zu eher unbedenklichen Garten- und Balkonpflanzen greifen.

 

Den Garten kinderfreundlich bzw. kindersicher gestalten

Ob im Garten, auf der Terrasse, dem Balkon oder auch im Haus – giftige Pflanzen gehören nicht in die Nähe von Kindern!
Da kleine Kinder von Natur aus neugierig sind, alles anfassen und in den Mund nehmen, um es genauestens zu erforschen, passiert es leicht, dass ein Kind blitzschnell eine giftige Beere oder auch andere Pflanzenteile in den Mund nimmt, was schlimme Folgen haben kann. Daher sollten Eltern vorausblickend denken und keine Bäume, Sträucher und Blumen in den Garten pflanzen, die für Kinder gefährlich sein könnten. Auch auf dem Balkon, der Terrasse oder in der Wohnung haben giftige Pflanzen nichts zu suchen, zumindest solange die Kinder noch klein sind.

Kinder nicht unbeaufsichtigt lassen

Selbst wenn sich keine giftigen Gewächse im Garten befinden, sollten Eltern ihre Kinder nicht alleine bzw. unbeaufsichtigt im Garten lassen. Zudem sollten Eltern ihrem Kind so früh wie möglich lernen, dass es Pflanzenteile und auch Beeren nicht einfach essen darf.

Ganz verzichten sollten Eltern kleiner Kinder auf zum Teil hochgiftige Pflanzen wie:

  • Blauer und gelber Eisenhut
  • Bilsenkraut
  • Engelstrompete
  • Gemeine Eibe
  • Goldregen
  • Herbstzeitlose
  • Oleander / Rosenlorbeer
  • Rizinus / Wunderbaum
  • Stechapfel
  • Tollkirsche

Nicht geeignet für den Garten oder Balkon wo Kinder sich aufhalten sind ebenfalls giftige Bäume und Sträucher wie z. B.

  • Eberesche (Vogelbeerbaum)
  • Mahonie
  • Zwergmispel
  • Feuerdorn
  • Seidelbast
  • Rote und schwarze Heckenkirsche
  • Schneebeere (Knallerbse)
  • Lorbeerkirsche
  • Stechpalme
  • Pfaffenhütchen
  • Gemeiner und wolliger Schneeball
  • Rosskastanie
  • Lebensbaum
  • Sadebaum (Sevenstrauch)
  • Wunderbaum
  • Gemeiner Efeu
  • Robinie (Falsche Akazie)
  • Faulbaum
  • Besenginster

Giftig sind beispielsweise auch diese Pflanzen:

  • Maiglöckchen
  • Garten- und Feuerbohne
  • Bittersüßer Nachtschatten
  • Schwarzer Nachtschatten
  • Kartoffel
  • Gefleckter Aronstab
  • Wasserschierling
  • Gefleckter Schierling
  • Rotbeerige und Schwarzbeerige Zaunrübe
  • Gelbe und Blaue Lupine
  • Christrose
  • Riesen- und Wiesenbärenklau
  • Zypressen- und Gartenwolfsmilch
  • ScharferHahnenfuß (Butterblume)
  • Dieffenbachie
  • Korallenbäumchen
  • Weihnachtsstern
  • Alpenveilchen

Gut geeignet für einen kinderfreundlichen Garten sind z. B. Blumen wie:

  • Kornblume
  • Tränendes Herz
  • Cosmea
  • Kapuzinerkresse

Empfehlenswerte Gehölze sind:

  • Ahorn-, Linden- und Pappelarten
  • Felsenbirne
  • Schlehe

Achten Eltern kleiner Kinder explizit darauf, dass sich keine giftigen Pflanzen im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon befinden, können sie das Risiko einer Vergiftung bei ihren Kindern vorbeugen. Neben giftigen Pflanzen gibt es natürlich noch weitere Gefahrenquellen im Haushalt und Garten, vor denen Eltern ihre Kinder schützen sollten.

Aufgespürt:

www.vorname.com

10 Dinge, die ihr bei eurem Chef einfordern solltet

 

1. Überstundenausgleich

Ganz ehrlich: Viele leisten doch weit mehr Arbeits- und Überstunden ab, als im Vertrag festgehalten. Das ist arbeitsrechtlich nicht erlaubt! Klar muss man nicht gleich zum Chef rennen, weil man mal eine Stunde länger da war. Aber wenn das zur Regel wird, solltet ihr mit eurem Chef unbedingt darüber reden, wie man die Aufgaben besser verteilen kann und einen Ausgleich für eure Überstunden einfordern. Seht mal im Vertrag nach – vielleicht findet ihr dort eine Regelung, wie Überstunden abgegolten werden.

2. Arbeit in Teilzeit

Ihr wollt zum Beispiel mehr Zeit für die Familie oder Weiterbildung haben? Dann könnt ihr eine Teilzeit-Regelung bei eurem Chef beantragen. Im Gesetz heißt es: „Der Teilzeitanspruch gilt für Arbeitnehmer, deren Arbeitsverhältnis bereits länger als sechs Monate bestanden hat“ (§ 8 Abs. l TzBfG) und deren Arbeitgeber in der Regel mehr als l5 Arbeitnehmer beschäftigt (§ 8 Abs. 7 TzBfG). Sprechen allerdings „betriebliche Gründe“ wie Engpässe in der Organisation dagegen, kann euer Chef den Antrag ablehnen. Ihr solltet es aber auf jeden Fall versuchen!

3. Flexible Arbeitszeiten

Laut des Jobbewertungsportals „kununu“ wünschen sich 51,43 Prozent der Arbeitnehmer flexiblere Arbeitszeiten. In manchen Jobs ist Gleitzeit nicht möglich. Oft aber macht es gar keinen Unterschied, ob ihr von 8 bis 17 Uhr in der Arbeit sitzt oder von 9 bis 18 Uhr. Ihr solltet auf jeden Fall einen Gesprächstermin bei eurem Chef vereinbaren – und einfach mal fragen. Das Gleiche gilt für Homeoffice. Kununu hat erhoben: Über ein Drittel der Arbeitnehmer würde sich wünschen, auch von zu Hause arbeiten zu können. In vielen Branchen ist das möglich!

4. Angemessene Bezahlung

In vielen Berufen ist es immer noch so, dass wir Frauen weniger verdienen als Männer. Verpasst deshalb keine Gelegenheit für ein Gehaltsgespräch und fordert eine branchenübliche Bezahlung! Wichtig: Legt dar, WARUM ihr mehr Geld verdient habt und gebt Beispiele für erfolgreiche Projekte.

5. Betriebliche Rente

Was längst nicht alle wissen: Seit 2002 hat jeder Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch auf betriebliche Altersvorsorge. Das heißt, man kann Teile seines Gehalts in die Rente investieren, ohne Steuern und Sozialabgaben darauf zu zahlen. Das Gute: Viele Arbeitgeber bezuschussen den Betrag noch. Überraschend: Laut kununu ist die betriebliche Rente nur jedem zehnten Arbeitnehmer wichtig. Dabei sollte jeder, der noch nicht fürs Alter vorgesorgt hat, mit seinem Finanzberater sprechen – und gleich danach mit seinem Chef!

6. Mehr Verantwortung

Ihr habt das Gefühl, ihr könnt mehr leisten? Dann sagt es eurem Chef! Schlagt konkret vor, welche neuen Aufgaben ihr euch vorstellen könnt und warum – vielleicht ergibt sich sogar ein Aufstieg auf der Karrierereleiter!

7. Arbeitszeugnis

Nach der Kündigung gerät das schnell mal in Vergessenheit. Fordert das Zeugnis aktiv bei eurem Arbeitgeber ein – sonst kommt es unter Umständen nie! Und ihr ärgert euch nachträglich über die fehlenden Unterlagen für euren Lebenslauf!

8. Bildungsurlaub

In den meisten Bundesländern habt ihr einen Anspruch auf bezahlten Urlaub (meist 5 bis 10 Tage) für Weiterbildung. Wenn ihr euch weiterentwickeln möchtet, solltet ihr den auch einfordern! Mit Hilfe des Deutschen Bildungsservers könnt ihr euch informieren, wie viele Tage euch in eurer Region zustehen.

9. Ergonomischen Arbeitsplatz

Der Tisch ist zu hoch, der Stuhl zu tief? Arbeitgeber sind verpflichtet, ihren Mitarbeitern den Arbeitsplatz so einzurichten, dass sie keine körperlichen oder seelischen Schäden davontragen. Spätestens, wenn ihr merkt, dass ihr mit Schmerzen nach Hause geht, solltet ihr mit eurem Chef sprechen!

10. Feedback

Ihr ackert und ackert und ackert – und nichts passiert? Kein Lob, kein Tadel, ihr bekommt gar keine Rückmeldung? Frustrierend. Schließlich möchte man wissen, wie gut man den Job macht. Wenn euer Chef nicht von selbst Mitarbeiter-Gespräche anbietet, solltet ihr unbedingt darauf bestehen. Nur so könnt ihr euch verbessern und auch die Grundlage für Gehaltsgespräche schaffen.

Erstmals erschienen auf:

http://www.brigitte.de/liebe/

Albtraum statt Urlaub – Diese Rechte haben Sie bei mangelhaften Ferienwohnungen

Vom Urlaub erhoffen sich die meisten Erholung pur. Doch leider versprechen Ferienwohnungen im Internet häufig mehr, als sie in Realität bieten. Das können Sie tun, um sich gegen mangelhafte Ferienwohnungen zu wehren.

Das Mieten von privaten Ferienwohnungen wird auch unter Deutschen immer beliebter. Leider entsprechen diese nicht immer den Beschreibungen oder existieren gar überhaupt nicht. Paul Degott, Rechtsanwalt für Tourismusrecht, und Frank Otten, Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Mietrecht, erklären, wie Sie sich gegen mangelhafte Ferienwohnungen wehren.

 

Fall 1 bis 3: Die gemietete Wohnung entspricht nicht der Anzeige, die Umgebung ist extrem laut oder ein unangenehmer Geruch hängt in der Wohnung

Der Fall: Sie sind endlich in Ihrem Feriendomizil angekommen, da dringt Ihnen ein penetranter Geruch entgegen. Außerdem sieht die Wohnung ganz anders aus, als Sie aufgrund der Bilder erwartet haben. Sie hoffen auf Entspannung, doch nebenan ist eine riesige Baustelle, die ab Frühmorgens Lärm verursacht.

Was tun? Das müssen Sie sich nicht gefallen lassen. Als erstes müssen Sie dem Vermieter eine Frist setzen, die Mängel zu beheben – selbst wenn das, wie etwa bei einer Baustelle, nicht realisierbar ist. Die Frist muss zwischen vier und 24 Stunden liegen.

 

Wenn die Mängel in der Zeit nicht behoben wurden, können Sie Ersatz beim Vermieter fordern. Die Alternative muss dem gleichen Standard entsprechen wie die eigentlich gebuchte Wohnung.

Falls Sie die Wohnung dennoch nutzen möchten, können Sie eine Preisminderung verlangen. Je nach Stärke der Mängel sind zehn bis 30 Prozent üblich. Genaue Auflistungen finden Sie in der Frankfurter Tabelle.

Alternativ können Sie wieder abreisen und den Reisepreis zurückfordern. Zusätzlich können Sie vom Vermieter Schadensersatz wegen nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit und Fahrtkosten verlangen.

Achtung! Vor Gericht liegt die Beweispflicht bei Ihnen. Daher raten die Experten, nur schriftlich oder unter Zeugen mit dem Vermieter zu kommunizieren. Außerdem müssen Sie sämtliche Mängel auf Fotos festhalten. Das können defekte Möbel, Böden oder der ungepflegte Garten. Auch der Lärm muss dokumentiert werden. Notieren Sie die genauen Zeiten, wann es laut war und woher der Krach kam. Umso detaillierter umso besser. Wie viele Leute haben auf der Baustelle gearbeitet und an was? Handelt es sich um einen Güter- oder Personenzug? Außerdem sollten Sie den Vermieter über jeden weiteren Ihrer Schritte in Kenntnis setzen.

 

Fall 4: Der Vermieter ist ständig vor Ort

Der Fall: Sie wollen sich erholen und Ihre Privatsphäre genießen, aber der Vermieter wohnt im gleichen Haus, ist ständig präsent und klopft bei Ihnen an.

Was tun? Hier macht es einen großen Unterschied, ob Sie eine komplette Wohnung oder nur einzelne Zimmer im Haus gemietet haben. In jedem Fall sollten Sie als erstes das Gespräch mit dem Vermieter suchen und ihn bitten, Ihre Privatsphäre zu berücksichtigen. Lässt er Sie nicht in Ruhe, können Sie Ihr Recht im Notfall sogar polizeilich durchsetzen. Das geht allerdings nur, wenn Sie die komplette Wohnung gemietet haben. Wenn der Vermieter ebenfalls in der Wohnung wohnt, haben Sie dafür hingegen keine rechtliche Grundlage. Dann kann der Vermieter außerhalb Ihres Zimmer machen, was er will.

 

Fall 5: Die gebuchte Wohnung existiert nicht

Der Fall: Sie haben online eine ideale Ferienwohnung gefunden und auch schon bezahlt. Doch als Sie an der angegebenen Adresse ankommen, existiert die gebuchte Wohnung nicht.

Was tun? Hier haben Sie es mit Betrug zu tun und sollten unbedingt Strafanzeige gegen den Vermieter stellen. Dieser ist Ihnen gegenüber Schadenersatzpflichtig. In der Praxis kann es sich jedoch schwierig gestalten, das bezahlte Geld zurück zu bekommen, da die Betrüger meist falsche Personalien angeben und zu dem Zeitpunkt bereits über alle Berge sind.

Tipp: Unsere Experten raten, nur kleine Beträge im Voraus zu zahlen und sich vorab eine Kopie des Personalausweises des Vermieters schicken zu lassen.

 

Fall 6: Der Vermieter erscheint nicht zur Schlüsselübergabe

Der Fall: Nach langer Fahrt sind Sie bei der Ferienwohnung angekommen. Doch die Minuten vergehen und niemand erscheint zur Schlüsselübergabe.

Was tun? Sie sollten den Vermieter sofort anrufen. Verspätet er sich drastisch und Sie müssen sich in der Zwischenzeit eine andere Unterkunft suchen, muss der Vermieter dafür aufkommen. Allerdings muss das Hotel einen mit der gemieteten Wohnung vergleichbaren Standard haben.

Zudem müssen Sie nicht den volle Reisepreis bezahlen, sondern können für die verlorene Zeit eine Mietminderung verlangen. Wenn Sie überhaupt niemanden erreichen, treten die Rechte von Fall fünf ein.

Achtung! Auch in diesem Fall liegt die Beweispflicht bei Ihnen. Sie müssen durch Einzelverbindungsnachweise oder Zeugen beweisen können, dass Sie den Vermieter mindestens vier Mal versucht haben zu kontaktieren.

 

Fall 7: Sie kommen in eine verschmutzte Wohnung

Der Fall: Der Urlaub kann beginnen, aber als Sie die Wohnung betreten, ist diese stark verschmutzt. Eine Reinigung hat nicht stattgefunden.

Was tun? Als erstes sollten Sie den Vermieter auffordern, die Wohnung in den nächsten Stunden zu reinigen. Kommt er dem nicht nach, können Sie eine Ersatzwohnung verlangen.

Falls Sie sich dazu entscheiden, selber zu putzen, muss die vertraglich festgelegte Endreinigung von Ihnen nicht mehr durchgeführt werden. Außerdem können Sie den Mietpreis mindern.

 

Allgemeine Tipps

Unsere Experten raten, sich immer genügend Kontaktmöglichkeiten des Vermieters geben zu lassen, damit Sie ihn im Falle des Falles erreichen. Wenn Mängel vorhanden sind, müssen diese detailliert und fotografisch festgehalten werden. Die Beweispflicht liegt bei Ihnen. Auch die Kontaktversuche zum Vermieter sollten Sie dokumentieren. Generell sollten Sie keine großen Geldbeträge vorab überweisen, sondern erst vor Ort im Austausch gegen die Schlüssel und sich die Zahlung quittieren lassen.

 

Erstmalig veröffentlicht auf:

http://www.focus.de/immobilien/mieten/rechte_und_pflichten/albtraum-statt-urlaub-diese-rechte-haben-sie-bei-mangelhaften-ferienwohnungen_id_5274131.html

Preis für Rollläden

Ich suche Preise für Einbaurollläden, die direkt zusammen mit dem Fenster geliefert und im Rohbau eingebaut werden. Hier driften die Preise ganz schön auseinander.

Fertighausanbieter bieten den manuellen Rollladen für ca. 250 Euro an zzgl. 250 Euro Elektrik (Motor + Schalter + Leitung), andere Einzelbetriebe reden sich damit raus, das dies aufwändig und teuer ist und verlangen deutlich mehr.

Woran kann man sich hier orientieren und was könnte man ggf. zum Preis drücken für Argumente verwenden? Letztlich ist es doch gerade im Rohbau einfach Rollladen zusammen mit den Fenstern zu montieren.

Viele Grüße,

Wilhelm

Antwort

Hallo Wilhelm,

ich kann aus Ihrer Frage leider nicht entnehmen, in welcher Phase auf Ihrem Weg zum eigenen Haus Sie sich gerade befinden und auch nicht, ob Sie Ihr Haus selber bauen oder bauen lassen möchten. Ich gehe davon aus, dass Sie alles selber machen möchten, weil andernfalls jenes Unternehmen für Sie zuständig wäre, welches den Auftrag für die Errichtung des Hauses bekommt oder bekommen hat. Diese Auftragsvergabe setzt dabei eine Bauausschreibung mit einem genauen Leistungsverzeichnis (inkl. Rolläden) voraus.

Wenn es darum geht, Argumente für Preisverhandlungen (wofür auch immer) zu sammeln, kommen Sie jedenfalls an der wichtigsten Voraussetzung überhaupt nicht vorbei: SIE müssen zuerst einmal ganz genau wissen, was SIE aus welchen Gründen haben wollen.

Dass es bei den Rollläden für ein Haus drei grundlegende Varianten gibt, wissen Sie sicherlich.

  • Aufbau- oder Aufsatzrollladen
  • Einbaurollladen
  • Vorbaurollladen

Welche Variante am besten für Ihr Projekt geeignet ist, hängt vor allem vom gewählten Wandaufbau ab. Es sollte also geprüft werden, welche Variante sich am besten in das geplante Wandsystem integrieren lässt.

Auf einen ganz wesentlichen Punkt muss dabei bei ALLEN Varianten geachtet werden: Der Einbau muss in jedem Fall wärmebrückenfrei erfolgen. Optimal wären hier Rollläden, die ein Passivhauszertifikat haben.

Wie Sie nun den besten Preis für die schlussendlich gewählten Rollläden bekommen, ist relativ einfach gesagt: Sie müssen eine Ausschreibung machen und damit eine Preisanfrage an mehrere verschiedene Anbieter stellen. Wie das geht, lesen Sie bei Bedarf auf meiner Webseite nach:

15 Schritte zum Handwerkerauftrag

Übrigens: Die von Ihnen genannten Preise von Fertighausanbietern sind Richtwerte, die der Realität sehr nahe kommen. Allerdings NUR dann, wenn die Rollläden gleichzeitig mit dem Haus bestellt werden. Bei Baumeistern ist das ähnlich. Wenn Sie ein Bauunternehmen mit der Errichtung des Rohbaus beauftragen, können Sie auch hier mit diesen „Fertighaus-Preisen“ rechnen. Wenn Sie das ganze bezugsfertig Haus errichten lassen, werden die Rollläden noch wesentlich günstiger sein, weil die Deckungsbeiträge der Firma in anderen Bereichen liegen.

Fazit: Die besten Marktpreise bekommen Sie nur dann, wenn Sie sich an folgende Vorgangsweise halten:

  • 1. Informationen von unabhängigen Beratern einholen
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Im eigenen Interesse muss für diese Punkte IMMER Zeit sein.

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Salento: Zu Besuch in Kolumbiens beliebtestem Kaffeeanbaugebiet

Überrascht schaut Alessia auf die runden gelben und roten Beeren, die Don Elías ihr zeigt. Er öffnet die rote und schält zwei blasse, nasse Bohnen heraus. „Pobier mal“, sagt er zu der 22-jährigen Touristin aus Kanada, „sie sind süß.“

Alessia schaut ihn misstrauisch an, nimmt dann doch eine Bohne und steckt sie sich in den Mund. Ihre Augen werden groß „Die sind ja wirklich süß!“ Sie lacht. „Und das sind Kaffeebohnen? Ich trinke gern Cappuccino, jeden Morgen. Aber ich hätte nie gedacht, dass Kaffee aus einer süßen Frucht gemacht wird.“

Liebe zum Kaffee – wir zur Familie

José Elías Pulgarín kennt das schon. Seit der 89-jährige Kaffeebauer die Tore seiner Farm für Touristen aus aller Welt geöffnet hat, weiß er, dass die meisten Menschen glauben, dass die bittere, braune Kaffeebohne schon so am Strauch wächst, wie sie aus der Tüte kommt. Dabei ist es von der Frucht bis zum Produkt ein langer Weg.

Allein drei Jahre braucht schon die Pflanze, bis sie zum ersten Mal Früchte trägt. Geerntet wird in der Regensaison. „Dann müssen wir die Bohnen schälen und fermentieren, trocknen und rösten“, sagt Don Elías, als er seinen Gästen die einzelnen Schritte der Kaffeeproduktion erklärt. „Seit ich weiß, wie viel Arbeit das macht, liebe ich den Kaffee genauso sehr, wie ich meine Familie liebe.“

Handwerk statt Massenproduktion

Das vier Hektar große Anwesen der Familie von Don Elías liegt am Hang eines grünen Berges zwischen der pittoresken Stadt Salento und dem Flussbett des Quindio. Hier, 1700 Meter über dem Meeresspiegel, herrschen ideale Bedingungen für den Kaffeeanbau.

„Es gibt wenig Schädlinge und den nötigen Regen, sodass der Kaffee auf natürlichem Wege gut gedeihen kann“, sagt Don Elías. Er baut die Sorten Arabica und Colombian Milds an – Letztere eine Untersorte der Ersteren mit weniger Koffein und Säure. Robusta, oft auf großen Farmen für die Massenproduktion kultiviert, hat er nicht im Programm.

Salento ist nur eine von Hunderten kleinen Städten in Kolumbiens „Eje Cafetero“, das auch Kaffee-Dreieck genannt wird. Es ist Teil des Unesco-Welterbes und erstreckt sich über drei Provinzen: Caldas, Risaralda und Quindío, wo es mehr als 800 Kaffeefarmen gibt. Das einst vergessene und verschlafene Salento ist deshalb in die erste Liga kolumbianischer Reiseziele aufgestiegen.

Kochbanane mit Käse, Fleisch und Grünzeug

Das liegt aber nicht nur am Kaffee, sondern auch an seiner einmaligen Bebauung. Der amerikanische Fernsehsender CNN hat das Örtchen erst kürzlich zu einer der zehn interessantesten Städte der Welt gekürt – wegen seiner „Ansammlung von ein- und zweistöckigen Gebäuden, meistens weiß, aber mit farbig leuchtenden Fensterrahmen und Türen in traditioneller Bahareque-Architektur“, wie es in der Begründung heißt.

Die Häuser sind aus Bambus und Lehm gebaut, im Paisa-Stil, der nach einer Bevölkerungsgruppe im Nordwesten des Landes benannt ist. Vor allem auf der Calle Real, der zentralen Straße des Ortes, sind diese Häuser noch zu bewundern. Unzählige Shops und traditionelle Restaurants laden zum Einkehren ein, um zum Beispiel Forelle in allen erdenklichen Zubereitungsarten zu essen – gegrillt, „al ajillo“, mit Pilzen oder sogar im Burger. Interessant schmeckt auch patacón: Kochbanane überbacken mit Käse, Fleisch und Grünzeug. Vorzüglichen Kaffee trinken kann man hier natürlich auch.

Salento, 1842 gegründet, liegt an der ehemaligen Straße, die Bogotá und Popayán miteinander verband. Als sie modern ausgebaut und schneller befahrbar wurde, geriet das Örtchen, bisher ein beliebter Zwischenstopp, in Vergessenheit und wurde in seinem ursprünglichen kolonialen Stil konserviert. „Als ich in den späten 80er-Jahren hierherkam, wurden Kartoffeln und Tomaten angebaut, Milchkühe gehalten, Käse wurde hergestellt. Überall gab es Hühner und Schweine. Touristen hingegen keine“, sagt Roberto Duarte, der für sein „Churrita Hostel“ damals umgerechnet gerade mal 600 Euro zahlte.

Nur fünf Jahre später kamen die ersten Besucher nach Salento: Hippies aus Argentinien, den USA, Europa. „Sie entdeckten mit Salento einen wundervollen, unberührten Ort – und erzählten ihren Freunden davon.“ Jedes Jahr, sagt Roberto, kamen seither mehr Touristen. Die Einheimischen begannen, Hostels und Restaurants zu eröffnen, die Frauen gaben ihr Hausfrauendasein auf und beteiligten sich am Geschäft. Innerhalb von nur drei Dekaden wurde aus dem verschlafenen 2000-Seelen-Örtchen ein ebenso belebtes wie beliebtes Städtchen mit gut 7000 Einwohnern.

Kein Düngemittel, keine Chemikalien – doppelter Preis

Warum der Kaffee hier so besonders schmeckt, erklärt Don Elías seinen Besuchergruppen jeden Tag aufs Neue. Der Hauptgrund: Er verzichtet auf Düngemittel und Chemikalien. Darum kann er die 2000 Kilogramm, die er jedes Jahr produziert, mehr als doppelt so teuer verkaufen wie industriell hergestellten Kaffee – für 10.000 Pesos, rund drei Euro pro Kilogramm. Moderne Maschinen nutzt Elías nicht, genauso wenig wie die anderen Farmer in der Gegend. Geerntet wird überall noch von Hand, geröstet in einer alten Pfanne auf einem Holzofen. Eine leichte Kaffee-Brise weht dann durch den Garten.

Die getrockneten Bohnen werden braun. Je länger sie geröstet werden, desto weniger koffeinhaltig und bitter ist der Kaffee. „Wir machen das anders als die Brasilianer, die riesige Mengen produzieren mit Dünger und großen Maschinen. Die verkaufen zwar mehr – aber wir verkaufen bessere Qualität“, sagt Elías. Dass er der Massenproduktion kritisch gegenübersteht, ist nicht zu überhören. Die gibt es in Kolumbien anderswo aber durchaus – das Land ist schließlich viertgrößter Kaffeeproduzent weltweit, nach Brasilien, Vietnam und Indonesien.

Am Ende der Tour, die 6000 Pesos kostet, knapp zwei Euro, verkosten Alessia und die sechs anderen Besucher eine Tasse von dem Kaffee, dessen Herstellung sie gerade bestaunt haben. Hunde und Hühner laufen und springen um sie herum, auch Elías‘ Enkelkinder, die gerade von der Schule kommen.

„Der Tourismus ist das Beste, was uns Kaffeeproduzenten hier in Salento passieren konnte“, sagt er. Elías erinnert sich noch genau an diesen Moment. 2008 war das, als Timothy – ein Brite, der ein Hostel im Dorf gekauft hatte – mit drei Fremden bei ihm auftauchte. „Sie fragten mich, ob ich ihren Gästen meine Farm zeigen könnte. Für Geld.

Wir vereinbarten 3000 Pesos, also einen Euro, inklusive Führung. Sie fanden das großartig. Ich auch.“ Am nächsten Tag sei Timothy mit sechs Besuchern gekommen, am Tag darauf mit neun. Mittlerweile hat Elías den Preis für seine Führungen verdoppelt. Täglich kommen Dutzende Menschen aus aller Herren Länder zu ihm. „Ein Geschenk Gottes“, sagt Elías.

Die Zeit der Drogenbarone und Farc-Rebellen

Was Salento zum beliebtesten unter Kolumbiens Kaffeeanbaugebieten macht? „Ich denke, dass es hier sicher ist. Und die Landschaft, vor allem das Cocora-Tal, ist einzigartig“, sagt Timothy, der englische Besitzer des „The Plantation House“ in Salento. „Als ich hier ankam, fand ich eine bezaubernde Stadt vor, umschlossen von Bergen, mit dem besten Kaffee der Welt. Darum bin ich geblieben.“

In den 70er- und 80er-Jahren war die Region von den Farc-Rebellen und Drogenbaronen wie Carlos Lehder Rivas eingenommen worden, der einst ein Hotel in Salento hatte eröffnen wollen. So weit ist es jedoch nie gekommen. Lehder wurde gefasst und an die USA ausgeliefert. Heute ist Salento ein friedlicher Ort. „Für Menschen aus Bogotá, Medellín und Cali ist das hier der Himmel: Durch die Straßen zu laufen, ohne Angst haben zu müssen, ausgeraubt zu werden“, sagt Catalina Morin, eine Studentin aus Cali.

Heimat des kolumbianischen Nationalsymbols

„Die Touristen lieben es nicht nur, sich die Farmen anzuschauen und hochwertigen Kaffee zu kaufen, sie kommen auch wegen der Menschen, die das Land mit ihrer Arbeit und ihrer Art beseelen“, sagt Roberto Duarte. Der 69-Jährige steht auf der Terrasse seines Hauses im Cocora-Tal, das zum Nationalpark Los Nevados gehört, ideal zum Wandern und Reiten.

Das Tal ist obendrein die Heimat eines kolumbianisches Nationalsymbols: der Wachspalme, die bis zu 60 Meter hoch werden kann. Mit ihren Blättern berührt sie den mystischen Nebel, der den Gipfel des Cerro Morrogacho umgibt. Eine weitere Attraktion sind die nahe gelegenen Santa-Rita-Wasserfälle – der perfekte Ort für eine Abkühlung an heißen Tagen. Roberto schaut der sinkenden Sonne entgegen und nippt an seiner fünften Tasse „tinto“, pechschwarzem, starkem Kaffee. „Seit ich hier lebe“, sagt er, „trinke ich meinen Kaffee ohne Zucker. In Salento ist das Leben süß genug.“

Tipps & Informationen

Anreise: Zum Beispiel von Frankfurt mit Lufthansa nonstop oder mit Delta über Atlanta nach Bogotá. Von dort weiter mit dem Bolivariano-Bus nach Armenia oder Pereira (6–8 Stunden). Aus beiden Städten fahren mehrmals täglich Busse nach Salento (ca. 45 Min.).

Unterkunft: Etwa im „Hotel Salento Real“, einem Haus im Kolonialstil, DZ inkl. Frühstück ab 43 Euro. Alternativ im modernen Hostel „Beta Hostel“, DZ ab 44 Euro oder im klassisch kolumbianischen „The Plantation House“, DZ ab 16 Euro.

Kaffeetouren: Zum Beispiel auf Don Elías‘ Farm „Cafetera Las Brisas“, Tel. 0057/315/606 11 13

Auskunft: Über Procolombia

Originalbeitrag lesen:

http://www.welt.de/reise/staedtereisen/

Lass mich mal machen!

Für meinen Freund war unsere Tochter das erste Kind, und natürlich war er außer sich vor Freude. Für mich war es das zweite, meine Freude war um kein Haar kleiner, aber ich wusste auch, wie sehr sich unser kleiner Patchwork-Kosmos damit verändern würde.

Mein Sohn aus erster Ehe war damals acht Jahre alt. Ich hatte mit ihm Dreimonatskoliken und Nicht-Einschlaf-Terror durchgestanden, dickbackiges Zahnen, Fieberkrämpfe und Knochenbrüche, Fremdel-, Trotz- und erste Cool-Phasen. Ich hatte ungezählte Spielplatznachmittage absolviert, Elternabende auf Kindergartenstühlchen abgehockt, Fledermaus-Faschingskostüme genäht und Piratengeburtstage organisiert, immer nach Kräften von seinem leiblichen Vater unterstützt.

Als meine Tochter auf die Welt kam, verfügte ich über einen klaren Wissensvorsprung qua Erfahrung. Blöderweise habe ich ihn nicht nur zum Vorteil aller eingesetzt.

Ich habe meinem Freund nicht zugetraut, dass er es genauso gut machen wird wie ich – oder anders gut. Seine ersten Wickelversuche sahen so aus, wie erste Wickelversuche eben aussehen. Die nur zaghaft angelegte Windel rutschte von dem winzigen Po, der Inhalt verteilte sich im Body, Anfängerscheiß.

Ich hab ihn natürlich trotzdem weiter wickeln lassen, wickeln lernt jeder.

Auch eingefrorene Muttermilch auftauen und auf Fläschchentemperatur erwärmen kriegt Mann hin. Jäckchen anziehen, enge Bodys über den Kopf friemeln, baden, tragen, trösten, in den Schlaf wiegen – klar haben wir uns das geteilt. Ich habe bald nach der Geburt wieder tageweise gearbeitet, oft bis in die Nacht. Wir hatten eine Kinderfrau, aber abends war Papaschicht.

Trotzdem bin ich in die Falle getappt, die gerade Frauen sich gerne stellen. Die Falle der Perfektion. Wenn ich heimkam und unsere Tochter selig schlief, schlich ich noch einmal an ihr Bettchen, um zu sehen, ob alles in bester Ordnung war. Der Reserveschnuller in Reichweite, das Deckchen nicht weggestrampelt, die Windel nicht in den Kniekehlen.

Ein kurzer Kontrollgang durch die Küche, hui, da war ja wieder einiges liegen geblieben. Der Wäschekorb stand da, wo ich ihn hatte stehen lassen. Mein Freund muss auf dem Weg zum Kellerbier elegant über ihn hinweggestiegen sein. Diese Übung scheinen Männer irgendwie ganz gut zu beherrschen.

Also Küche gewienert, noch eine Wäsche gewaschen, eine Ladung aufgehängt, weil ich auch Wäscheaufhängen irgendwie smarter erledige. Mein Freund warf die klammen Teile immer lässig über die Leine, ich zog sie schön glatt auseinander, so trocknen sie schneller und krumpeln nicht so. Auch die Mühsal des Kochens habe ich ihm weitgehend erspart. Ich gelte als exzellente Köchin, mein Partner – inzwischen sind wir verheiratet – wird nicht müde, mich dafür zu loben. Geschickt irgendwie: Denn die Bessere ist des Guten Feind, und die Zuständigkeiten sind damit klar verteilt.

Als Doppelverdienerpaar zählen wir uns zu den modernen Partnerschaften, in Wahrheit sind wir mit der Geburt unserer Tochter in das eine oder andere abgelegt geglaubte Traditionsmuster zurückgefallen. Trotz aller selbstverständlichen Emanzipation habe ich meinen Mann von manchem Handgriff konsequent abgehalten. Und wir sind nicht allein.

Wenn ich mich umschaue, sind da viele berufstätige Mütter, die nach wie vor für all die Dinge zuständig sind, für die ihre Hausfrauenmamis in den Sechziger- oder Siebzigerjahren auch schon zuständig waren. Kindergeburtstage, Arztbesuche, Elternabende, Klamotteneinkäufe, Kinderkrankenpflege, Hausaufgabenbetreuung, Haushalt und die Gestaltung des Sozialprogramms.

Ich rufe meine Freundin Tina an und habe ihren Mann am Apparat. Ob man sich mal trifft, ohne Kinder gar? “Das musst du mit meiner Frau besprechen”, sagt er. “Sie plant das alles. Ich kenne mich da nicht aus.” Meine Freundin Andrea, Mutter dreier Töchter, die nach mehrjährigem Erziehungsurlaub wieder als Flugbegleiterin arbeitet, kocht ihrem Mann vor jedem Fernflug für vier Tage vor. Sie schreibt ihm auf einen großen Zettel, wann die Kinder Schulproben haben und wann sie das Turnzeug mitnehmen müssen, sie schreibt ihm sogar auf, dass er den Briefkasten leeren und die Blumen gießen soll. Einmal rief er sie nachts um halb vier Ortszeit im Hotel in Shanghai an, weil er zu Hause mit der Tochter an einer Mathehausaufgabe rumrätselte.

“Schatz, nur ganz kurz, was waren Primzahlen noch mal?” Nun könnte man sich fragen, ob der Mann ein bisschen belämmert ist. Ist er aber nicht. Er ist Chef einer eigenen, mittelständischen Firma, er liest politische Wochenmagazine und hat auch ansonsten alle beieinander.

Er ist nur von seiner Frau über all die Jahre von vielem frei- und ferngehalten worden.

Das mag wahnsinnig antiquiert klingen, aber es ist nach wie vor die Regel. Eine Forsa-Studie von 2009 befragte deutsche Männer und Frauen, die in einer Partnerschaft mit Kindern leben, wer zu Hause wie viel Familienarbeit übernimmt. Zwei Drittel der Frauen gaben an, sie wuppten das meiste, elf Prozent sogar “alles”. Die Männer räumten zu sechzig Prozent ein, sie trügen nur den kleineren Teil bei, weitere zehn Prozent schlicht “gar nichts”.

Soziologen, die bekanntermaßen dazu neigen, Phänomene zu pathologisieren, haben für dieses Symptom das Emblem des “Maternal Gatekeeping” gefunden. Die mütterlichen Türsteher, so die These, halten ihre Männer von familiären Aufgaben ab, weil sie den Mann nicht als gleichberechtigten und gleichermaßen kompetenten Elternteil akzeptieren und aus ihrer häuslichen Herrschaftsdomäne einen Teil ihres Selbstbewusstseins ziehen. Eine Langzeitstudie des deutschen Familien- und Sozialforschers Wassilios Fthenakis kommt zu dem Ergebnis, dass etwa jede fünfte Frau den väterlichen Einsatz im Familienleben ausbremst.

Ich halte mich nicht für eine Gatekeeperin, schon aus purem Freiheitsdrang und Freude an der Arbeit möchte ich mir die Erziehung möglichst partnerschaftlich teilen.

Dass das im Alltag nicht immer so glatt läuft wie auf dem soziologischen Reißbrett, steht auf einem anderen Blatt. Mein Mann ist ein Viel- und Langarbeiter. Sein Arbeitgeber hält Familienfreundlichkeit prinzipiell für eine tolle Sache, die aber ab Führungsebene irgendwie nicht mehr so richtig machbar ist.

So treffen wir uns nie wirklich in der Mitte.

Auch ich gehöre zu den zwei Dritteln der Frauen, die zu Hause das meiste tun, weil niemand anderes greifbar ist. Auch ich muss viele Themen und erzieherische Konflikte spontan alleine lösen, weil der Vater gerade nicht erreichbar ist. Aber ich arbeite daran, aus purem Perfektionsdrang nicht noch das zu übernehmen, was durchaus von seiner Seite beizutragen wäre. Ganz bewusst halte ich mich jetzt öfter mal ganz raus und verkneife mir Gemäkel, wenn’s nicht nach meiner Linie läuft. Dann bin ich mal für ein paar Tage weg, eine Woche sogar. Anfangs habe auch ich noch Instruktionen geschrieben, inzwischen weiß ich: Es geht auch ohne.

Anders vielleicht, als ich es machen würde, aber darum nicht schlechter.

Meine Fliegerfreundin sagt, ihr macht es nichts mehr aus, wenn sie von einer Reise heimkommt und ihr Kinder die Türe öffnen, die sie nur an der Stimme als die eigenen erkennt, weil sie wie Flickenteppiche angezogen sind. Röcke über den Hosen, wildeste Farb- und Mustermixturen, Sommerkleider im Winter. Ihr Mann legt auf so etwas keinen Wert, kein Kind ist deswegen bisher einer Erkältung oder Mobbing zum Opfer gefallen, also warum aufregen? “Er hat sein eigenes System, und das gilt, wenn ich nicht da bin.” Sie hat recht. Während ich diese Zeilen schreibe, packt mein Mann gerade mit unserer Tochter den Koffer für ihr Ferienreitcamp.

Früher hätte ich noch mal kontrolliert, ob auch wirklich alles drin ist und sicher irgendwo nachgebessert. Jetzt sage ich nur: “Prima, wollen wir dann los?” Irgendwo hört die Blödheit aus eingebildetem Schlauheitsvorsprung ja auf.

Zur Anbieter-Website:

www.nido.de/artikel/lass-mich-mal-machen

Kuala Lumpur – Paris: Malaysia Airlines verbietet Mitnahme von Gepäck wegen Gegenwind

Eigentlich ist Gegenwind ein Problem, das der Pilot im Cockpit zu lösen hat. Doch nun betrifft der Luftwiderstand konkret auch die Passagiere von Malaysia Airlines. Sie dürfen auf bestimmten Routen zwischen Asien Europa derzeit kein Gepäck einchecken, weil besonders starke Winde pusten. In einer Erklärung auf der Website gibt das Unternehmen an, die Regelung gelte aktuell für den 5. und 6. Januar und für Flüge von Kuala Lumpur nach Amsterdam und Paris.

Zuvor war auch die Verbindung nach London betroffen, die Begrenzung bei den entsprechenden A380-Flügen ist hier aber bereits wieder aufgehoben worden.

Durch die „für die Saison ungewöhnlichen“ Windverhältnisse verlängerten sich die Flugrouten und mehr Treibstoff werde gebraucht, heißt es auf der Website der Fluggesellschaft. Aus „Sicherheitsgründen“ müsse die Airline daher das Gepäck limitieren.

Erlaubt seien in der Economy-Klasse lediglich sieben Kilogramm Handgepäck, in der Business und Ersten Klasse 14 Kilogramm. Koffer und Reisetaschen dürften nicht mehr im Laderaum der Maschinen mitfliegen. Das Gepäck könnte zwar eingecheckt werden, würde aber mit anderen Flugzeugen transportiert und käme deshalb später am Zielort an. Wie viele Passagiere betroffen sind, steht laut der „Malay Mail Online“ derzeit nicht fest.

Malaysia Airlines fliegt aus der Hauptstadt Kuala Lumpur nicht nur die europäischen Metropolen Paris, London und Amsterdam an, sondern auch Brüssel und Rom, nicht aber Frankfurt.

Die staatliche Fluggesellschaft von Malaysia hat in den vergangenen Jahren zwei schlimme Katastrophen erlebt. Flug MH17 war im Juli 2014 über der Ukraine abgeschossen worden. 298 Menschen an Bord kamen ums Leben. Alle Airlines änderten daraufhin die Flugrouten, um den Luftraum über der Ukraine zu meiden. Vier Monate vorher war Flug MH370 mit 239 Menschen an Bord auf einem Flug von Kuala Lumpur nach Peking spurlos verschwunden. Nach dem Wrack wird bis heute gesucht.

Zur Internetseite:

www.spiegel.de

Erfüllungsgarantie beim Hausbau

Ihre 5. Hausbauerfolgsformel im Ratgeber-eBook Die ultimative Hausbau Erfolgsformel lautet „keine unbesicherten Vorauszahlungen“, und Sie raten dazu, sich von der ausführenden Firma eine „Erfüllungsgarantie“ geben zu lassen.

Was ist damit gemeint?

Vielen Dank im Voraus

Magnus

Antwort

Hallo Magnus,

in Zusammenhang mit Ihrer Frage zur Erfüllungsgarantie empfehle ich Ihnen, sich bei Bedarf einfach von Ihrer finanzierenden Bank informieren zu lassen. Vorweg kann ich Ihnen aber gerne kurz erklären, was eine Erfüllungsgarantie ist:

Die Erfüllungsgarantie sichert den Bauherr und Käufer für den Fall ab, dass der Verkäufer den vertraglich vereinbarten Pflichten nur teilweise oder gar nicht nachkommt. Im Unterschied zur Liefergarantie sowie zur Gewährleistungsgarantie, durch die lediglich die Erfüllung einzelner Pflichten abgesichert wird, hat die Erfüllungsgarantie die Gesamterfüllung eines vereinbarten Vertrages zum Gegenstand.

Um Sie wirklich konkret beraten zu können, müsste ich Ihr Bauvorhaben und die damit verbundenen Vertragswerke kennen, was aber nicht der Fall ist. Tatsache ist, dass eine Erfüllungsgarantie ein besonderes Instrument ist, welches allerdings nicht immer zwingend erforderlich ist. Ich selbst empfehle eine Erfüllungsgarantie eigentlich immer nur aus einem einzigen (wichtigen) Grund:

Die Erfüllungsgarantie (über ca. 10% des Auftragsvolumens) ist für private Bauherrn eine einfache, wirkungsvolle und vor allem kostengünstige Möglichkeit, die Bonität eines Hausanbieters zu „hinterfragen“. Für seriöse Unternehmen mit guter Bonität stellt eine Erfüllungsgarantie jedenfalls keinerlei Problem dar. Verweigert ein Unternehmen allerdings – aus welchen Gründen auch immer – eine Erfüllungsgarantie, kann das ein erstes Zeichen eines Liquiditätsproblems sein. Die Erfüllungsgarantie schränkt nämlich den Kreditrahmen des Unternehmens ein. Für den Unternehmer ist eine Erfüllungsgarantie also mit einer Barzahlung gleichzusetzen.

Eine in der Baupraxis gängige Alternative zur Erfüllungsgarantie ist der Deckungsrücklass, welcher normalerweise zwischen 7 und (empfehlenswert) 10% der jeweiligen Abrechnungssumme liegt. Dieser Deckungsrücklass wird auch gerne Mängelreserve genannt. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass das Bauvorhaben nach tatsächlichen Mengen (nach Aufmaß) abgerechnet wird. Bei jeder Rechnung (Teilrechnungen und Schlussrechnung) wird daher vom Auftraggeber (von Ihnen als Bauherr) ein Deckungsrücklass einbehalten. Dieser Deckungsrücklass wird nach der Legung der Schlussrechnung erst dann an das ausführende Unternehmen ausbezahlt, wenn das Unternehmen dafür eine Bankgarantie in der Höhe des Deckungsrücklasses vorlegt.

Grundsätzlich geht es also immer darum, ein Gleichgewicht zwischen der vom Unternehmen erbrachten Leistung und der dafür vom Bauherrrn geleisteten Zahlung herzustellen.

Bei Pauschalaufträgen sorgt dafür ein Zahlungsplan, wobei hier die sicherste Lösung ist, den jeweiligen Baufortschritt von einem Bausachverständiger prüfen zu lassen (zuerst Baufortschritt-Bestätigung, dann Zahlung). Bei Aufträgen, die nach Aufmaß abgerechnet werden, muss „lediglich“ geprüft werden, ob die verrechneten Listungen auch tatsächlich (mängelfrei) erbracht wurden. Ist das der Fall, liegt also keine unbesicherte Vorauszahlung vor, weil ja die erbrachte Leistung den Gegenwert darstellt.

Um all diese Abrechnungs-Varianten, die nicht selten mit einem nicht unbeträchtlichen Aufwand verbunden sind, zu verhindern, bieten übrigens einige Hausanbieter schon eine ganz andere (sichere) Finanzierungsvariante an: Der Bauherr übergibt dem Hausanbieter eine unwiderrufliche Bankgarantie über die gesamte Auftragssumme und diese Bankgarantie wird erst dann „gezogen“, wenn das Haus komplett (mängelfrei) fertiggestellt und an den Bauherrn übergeben wurde. Dazwischen gibt es keinerlei Abrechnungen. Diese Variante ist eigentlich absolut sicher. Zuerst das Haus, dann das Geld. Im schlimmsten Fall wird – aus welchen Gründen (z.B. durch Insolvenz) auch immer – das Haus nicht fertig. In diesem Fall haben Sie dann aber auch nichts für das (halbfertige) Haus bezahlt.

Ob aber immer alles so einfach geht, hängt immer von den Vertragspartnern ab. Am besten sprechen Sie allfällige Bedenken immer direkt gegenüber dem Hausanbieter aus. Seriöse Firmen werden alles tun, um aus Ihnen einen zufriedenen Kunden zu machen. Wenn man nicht auf Ihre Wünsche oder Bedenken eingeht oder nicht eingehen kann, gibt es immer auch andere (bessere) Hausanbieter.

Mehr Erfolg beim Hausbau!

Wilfried Ritter
Autor und Herausgeber

Entdeckt auf:

http://www.haus-selber-bauen.com/erfllungsgarantie-beim-hausbau.html

Einreise und Visum nach Indien: “Visa on arrival”-Regelung soll bald verwirklicht werden – Einreiseerlaubnis bei Ankunft am Flughafen dann möglich

Geschäftsreisen und Flüge nach Indien buchen: Einreise nach Indien soll mit “Visa on arrival”-Regelung erleichtert werden. Kein Visum vor der Reise mehr beim Konsulat beantragen sondern Einreiseerlaubnis bei Ankunft am Flughafen erhalten. Einzelheiten zur möglichen Neuregelung im folgenden Bericht. Die indische Regierung will das Verfahren zur Ausweitung der “Visa on arrival”-Regelung bald zu einem Abschluss bringen.

Das hat der zuständige Minister Rajeev Shukla gegenüber indischen Medien bestätigt. Die Ausweitung der Regelung auf 40 weitere Staaten werde bald Wirklichkeit werden, so der Minister. Zu den betroffenen Ländern gehören Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Österreich und die Schweiz. Touristen müssen dann nicht mehr vor der Reise ein Visum beim Konsulat beantragen, sondern erhalten die Einreiseerlaubnis bei der Ankunft am Flughafen.

Bislang besteht diese Möglichkeit unter anderem für Reisende aus Luxemburg und Finnland. Die indische Regierung hatte den Prozess zur Ausweitung der Regelung im vergangenen Jahr auf den Weg gebracht.

 

Von:

www.imagetours.de/wpblog/2014/01/14/einreise-und-visum-nach-indien-visa-on-arrival-regelung-soll-bald-verwirklicht-werden-einreiseerlaubnis-bei-ankunft-am-flughafen-dann-moglich/

Bergkarabach: Reise in ein Land, das es offiziell gar nicht gibt

Ein rostiger Wolga rast mit Affenzahn am Checkpoint vorbei. Der Grenzposten schiebt verschlafen seinen Oberkörper aus dem Fenster seines Büros, schaut ihm nach und winkt dann ab – was soll’s, vermutlich war das ein Russe. Die und natürlich Armenier haben freien Zugang nach Bergkarabach, diesem kleinen, selbsternannten Land mit gut 130.000 Einwohnern, das von keinem Staat der Welt anerkannt wird. Alle anderen brauchen ein Visum.

Kurz hinter Goris, der Stadt mit den roten Dächern im äußersten Südosten Armeniens, ragt dieses Bergkarabach, ein mächtiges Gebirgsmassiv, plötzlich aus der weitläufigen Hochebene in den Himmel. Nichts deutet darauf hin, dass um diesen Landstrich nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion erbittert gekämpft wurde. Gerade hier, am Latschin-Korridor, der in einem kleinen Checkpoint am Aghavno-Fluss mündet. Es ist der einzige offizielle Grenzübergang in die Republik Arzach, wie sich Bergkarabach in Anlehnung an das vorchristliche Armenierreich offiziell nennt.

Das Mobiltelefon zeigt, wie verfahren die Situation ist: „Willkommen in Aserbaidschan“, steht auf dem Display. Völkerrechtlich gehört Bergkarabach tatsächlich zu Aserbaidschan. Doch die Aseris haben diese ehemalige Exklave, in der seit Urzeiten fast ausschließlich Armenier lebten, in einem kurzen, blutigen Krieg vor über zwei Jahrzehnten verloren.

1992 haben armenische Truppen diese von christlichen Armeniern besiedelte Gegend „heimgeholt“ und das aserbaidschanische Gebiet zwischen Armenien und Bergkarabach gleich mitbesetzt. Im Gegenzug haben die Aseris kleinere Teile der Exklave erobert, Hunderttausende wurden auf beiden Seiten vertrieben, 30.000 Menschen starben. Seit 1994 herrscht ein Waffenstillstand.

Aserbaidschan fordert die besetzten Gebiete zurück, was die Armenier strikt ablehnen. Bergkarabach ist zum identitätsstiftenden Symbol der Armenier geworden – eines Volkes, das heute über die Welt verstreut lebt. Und das Probleme hat zu definieren, wo die Heimat anfängt. Und wo sie endet. Denn einst besiedelten Armenier ein Gebiet, das vom heute türkischen Adana am Mittelmeer bis ins persische Täbris reichte – einschließlich Bergkarabach.

Nur ein paar Tausend Besucher pro Jahr

Für die Welt ist Bergkarabach eine Krisengegend, erwachsen aus dem Chaos der untergegangenen Sowjetunion, ein Landstrich, den man meidet. Nur ein paar Tausend Besucher pro Jahr zieht es hierher, überwiegend Auslandsarmenier und „Länder-Sammler“, Menschen, die es für einen Stempel im Reisepass an die ungewöhnlichsten Orte auf unserem Planeten zieht.

Für die 64-jährige Inna Melkumova ist Bergkarabach ein Sehnsuchtsort, den sie nur aus den Erzählungen ihrer verstorbenen Eltern kennt. Diese wurden in diesem Bergmassiv geboren. In der Familiengeschichte der assyrisch-stämmigen Inna spiegelt sich die ganze Tragik dieser Region wieder: Ihre Vorfahren lebten ursprünglich im Osmanischen Reich, flohen dann aber vor dem Völkermord der Türken an Armeniern und Assyrern 1915 nach Russland.

Im armenisch besiedelten Bergkarabach fanden sie eine neue Heimat, auf einer christlichen Insel inmitten eines islamischen Ozeans. Doch die Sowjetzeiten brachten neue Verwerfungen mit sich. In der Stalin-Ära verschlug es die Familie ins aserbaidschanische Göygöl, wo Inna geboren wurde. Heute lebt sie als Rentnerin in Armeniens Hauptstadt Eriwan, ihre Familie hat es indes in alle Welt gezogen – nach Russland, Amerika, Deutschland.

Jetzt stehen Inna Melkumova und ihre 77-jährige Schwester Natalia am Grenzübergang. Zusammen mit ihrem aus Deutschland angereisten Sohn und weiteren Familienmitgliedern wollen die beiden Schwestern im hohen Alter erstmals dieses mythische Bergkarabach besuchen.

Ein Land, das für Inna bislang so unerreichbar weit weg schien wie der Ararat, der schneebedeckte heilige Berg der Armenier, der in der mit Armenien verfeindeten Türkei liegt. Und den sie vom Fenster ihrer Eriwaner Wohnung aus sehen kann.

Die Spuren des Krieges sind gegenwärtig

Nach Passieren der Grenze geht die Fahrt zügig weiter über eine gut ausgebaute Gebirgsstraße in Richtung Stepanakert, Hauptstadt von Bergkarabach, die man in zwei Stunden erreicht. Aber nur, falls man nicht hinter einer der zahlreichen, über die Serpentinen schleichenden Militärkolonnen kleben bleibt. 20.000 armenische Soldaten sichern den Status quo Bergkarabachs, eines Gebiets, doppelt so groß wie das Saarland.

Auch 20 Jahre nach Ende des Krieges sind dessen Spuren gegenwärtig – zum Beispiel in den zerstörten und verlassenen Häusern der Stadt Susa im Herzen Karabachs. In Susa hatten die Aseris damals ihre letzte Bastion, von hier aus schossen sie auf das im Tal gelegene Stepanakert. Doch die Armenier eroberten Susa, die Aseris wurden vertrieben. Gerade wurde die im Krieg zerstörte Erlöserkirche restauriert, ein den Armeniern heiliger Ort, an dem viel geheiratet wird.

14 Kilometer entfernt schlummert im Talkessel Stepanakert. Inna und Natalia, die Schwestern aus Eriwan, stehen am Fuß des Armenier-Denkmals, ein aus landestypischem Tuffstein konstruierter Doppelkopf, von den Bewohnern „mamig jew babig“ genannt, „Oma und Opa“.

Vor 50 Jahren wurde es erbaut, nach 1994 wurde es zum Symbol der Unabhängigkeit. Und mangels anderer Sehenswürdigkeiten in Stepanakert ein Anlaufpunkt für alle Gäste. Nur wenige Ausländer kommen vorbei, heute immerhin drei junge Esten, die sich am Denkmal fotografieren lassen und mit dem Fahrrad bis nach Georgien weiterradeln wollen.

Der 57-jährige Sergej Avanesyan steht mit seinem Souvenir-Stand auf dem leeren Parkplatz vor dem Denkmal. Er hat die landestypischen Kreuzsteine in Miniaturformat im Angebot, Chatschkar genannt, außerdem armenische Kreuze, Bergkarabach-Flaggen und geschnitzte Versionen von „mamig jew babig“. Doch niemand interessiert sich für seine Souvenirs.

„Ich habe schon Chinesen, Amerikaner und Australier bedient“, sagt er stolz, aber im Moment herrsche Flaute. „Das liegt am Ukraine-Krieg. Die Menschen denken, die ganze ehemalige Sowjetunion sei ein einziges Tollhaus. Doch schauen sie sich um, hier ist es friedlich wie im Paradies.“ Das sieht das Auswärtige Amt in Berlin anders: Es rät von Reisen nach Bergkarabach ab, weil es vor allem an der Waffenstillstandslinie immer mal zu kleineren Scharmützeln kommt.

Wer ist der berühmteste aller Armenier?

Davon spürt man freilich in Stepanakert nichts. Die Stadt wirkt verschlafen, ist weniger chaotisch und viel sauberer als Eriwan. Auf dem quirligen Marktplatz ist Lavash im Angebot, das armenische Fladenbrot, in einer nur hier erhältlichen Variante mit Bergkräutern durchsetzt. Und Montapur, Teigtaschen mit Hackfleisch gefüllt.

Die Schwestern aus Eriwan schlendern etwas orientierungslos über die „Straße der Befreier“, die Hauptgeschäftsstraße, auf der vergeblichen Suche nach einem Kaffeehaus. Stattdessen landen sie in einem kleinen Gemüseladen, wo die Verkäuferin über den Besuch aus Eriwan und Deutschland staunt und ihr Geschäft kurzerhand zum Café umfunktioniert.

Flugs setzt sie einen Kaffee auf dem kleinen Gasherd im Nebenraum auf und zaubert ein paar Stückchen zuckersüßes Baklava-Gebäck hervor. Man sitzt auf Obstkisten, plaudert, raucht und lacht, ein paar Nachbarn stoßen schnell hinzu. Gastfreundschaft hat bei Armeniern eine beinahe mythische Bedeutung.

Bald schon kommt man auf die Frage, wer wohl der berühmteste aller Armenier sei. „Henrich Mchitarjan“, wirft einer in die Runde, offenkundig Fußballfan. Zustimmendes Raunen. „Arthur Abraham“ – die Ladenbesitzerin schlägt den Profiboxer vor und erntet noch mehr Zuspruch.

Jetzt hagelt es Vorschläge aus allen Ecken: die Sängerin Cher, Ex-Tennisspieler André Agassi, Artjom Mikojan, „Erfinder“ der MIG-Kampfflugzeuge. Beim Po-Wunder Kim Kardashian stöhnt die Runde entnervt auf. Dann wird es skurril: Einer behauptet, Stalin sei das „Nebenprodukt“ einer Affäre seiner georgischen Mutter mit dem armenischen Hauslehrer, also Armenier.

Empörung macht sich breit, „Armenier finden selbst bei Indianern armenische Wurzeln“, sagt einer. Und schlägt Charles Aznavour vor. Der ist bekanntermaßen kein Indianer und hat armenische Eltern, auf den sind sie alle stolz hier, auf den einigen sie sich schnell. Und trinken einen selbst gebrannten Maulbeer-Wodka auf den armenischen Helden, der 2009 in Stepanakert war, um die neue Konzerthalle der Stadt einzuweihen. Ihr Name: Charles-Aznavour-Kulturzentrum.

Tipps und Informationen

Anreise: Reisen nach Bergkarabach sind nur von Armenien aus möglich. Flüge nach Eriwan/Armenien zum Beispiel mit Austrian via Wien oder Aeroflot via Moskau. Von Eriwan gehen stündlich Busse nach Stepanakert (sechs Stunden, zehn Euro). Möglich ist auch die Anreise per Mietwagen ab Eriwan. Für Bergkarabach benötigen Westeuropäer ein Visum, das nach Grenzübertritt in Stepanakert unkompliziert ausgestellt wird (sechs Euro) und bei der Ausreise vorzuzeigen ist.

Buchung: Man kann Bergkarabach mit einer Armenien-Rundreise kombinieren, muss sich den Abstecher aber selbst organisieren. Gebeco bietet zum Beispiel eine 9-tägige Gruppenreise „Entdeckungen am Fuße des Ararat“ ab 1295 Euro an inklusive Flügen, Programm, Teilverpflegung. Bei Dertour kostet eine viertägige Privatreise „Höhepunkte Armeniens“ ab/bis Eriwan ab 1330 Euro.

Unterkunft: Hotels in Stepanakert: „Park Hotel Artsakh“, einfach und ordentlich, ab 46 Euro; „Vallex Garden Hotel“, modern und gehoben, ab 56 Euro.

Sicherheitslage: Die Bundesregierung erkennt die „Republik Bergkarabach“ völkerrechtlich nicht an und rät von Reisen ab, weil es an der Waffenstillstandslinie zu Aserbaidschan hin und wieder zu Scharmützeln kommt. In Zentral-Bergkarabach und entlang der beschriebenen Route ist die Lage ruhig.

Auskunft: Die Website der Tourismusverwaltung von Bergkarabach bietet ausführliche Informationen: karabakh.travel/en/

Die Teilnahme an der Reise wurde unterstützt von Gebeco. Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabhängigkeit finden Sie unter www.axelspringer.de/unabhaengigkeit.

 

Erstmalig veröffentlicht auf:

http://www.welt.de/reise/Fern/article149040929/

Vorlesen hat positive Wirkung auf die Entwicklung von Kindern

Eine Studie zeigt, dass regelmäßiges Vorlesen Kindern Vorteile bringt. Vorlesen unterstützt die persönliche Entwicklung eines Kindes, die Eltern-Kind-Beziehung wird gestärkt, die Kinder sind in der Schule erfolgreicher und ihr soziales Empfinden und Verhalten wird positiv beeinflusst. Vorlesen ist eine Investition für Leben!

Die Vorlesestudie ist ein Projekt, das seit 2007 jährlich gemeinsam von der „Stiftung Lesen“, der „Deutsche Bahn Stiftung“ und der Wochenzeitung „Die Zeit“ durchgeführt wird. Mit wechselnden Themen wird das Vorleseverhalten in Deutschland erforscht und ausgewertet.
Es wurden für die Vorlesestudie 2015 vom Feldinstitut Iconkids & Youth 524 acht- bis zwölfjährige Kinder und ihre Mütter persönlich befragt. Die Untersuchung ist somit maßgebend für Familien und Kinder im Vorlesealter.

 

Vorlesen und Erfolg in der Schule hängen zusammen

Die Ergebnisse der Vorlesestudie, welche am 09.11.2015 von den Initiatoren und der Studienleiterin in Berlin vorgestellt wurden, brachten zum Vorschein, dass rund 70 Prozent der acht- bis zwölfjährigen Kinder aller Bildungsschichten, denen täglich vorgelesen wurde, im Fach Deutsch eine gute oder sogar sehr gute Note hatten. Auch in anderen Fächern wie Sachkunde/Biologie und Kunst oder in Mathematik und der ersten Fremdsprache haben sie besser abgeschnitten als gleichaltrige Kinder, denen wenig oder gar nicht vorgelesen wird.

Auch über die schulischen Leistungen und das Wohlbefinden in der Schule wurden die Mütter und Kinder befragt. Ihren Angaben zufolge gehen 83 Prozent der Kinder, denen täglich vorgelesen wird, sehr gerne in die Schule. Bei den wöchentlich belesenen Kindern sind es 67 Prozent und von den Kindern, denen nicht vorgelesen wird nur 43 Prozent.
Gute Leistungen in der Schule wurden von 84 Prozent der Mütter bestätigt, die ihren Kindern täglich vorlesen. Von den weniger belesenen Kindern sind 63 Prozent und von den Kindern, denen niemand vorliest gerade noch 32 Prozent gute Schüler …unabhängig vom Bildungshintergrund der Familien.

Die Leiterin des Institus für Lese- und Medienforschung Simone Ehmig teilte mit: „Tägliches Vorlesen unterstützt Kinder auch dann in ihrer Entwicklung, wenn die Eltern kein Abitur und keinen Hochschulabschluss haben. Jeder Vater und jede Mutter sollte diese Möglichkeit nutzen, um das eigene Kind zu fördern.“

Vorlesen fördert soziale Kompetenz bei Kindern

Bei Kindern, deren Eltern ihnen regelmäßig vorlesen, ist der allgemeine Gerechtigkeitssinn besonders ausgeprägt und sie sind häufiger darum bemüht, andere in die Gemeinschaft zu integrieren. Vorlese-Kinder werden öfter als fröhlich und selbstbewusst beschrieben und sie sind für andere da, wenn es denen nicht gut geht. Sie teilen mit anderen Kindern und sie können Geheimnisse für sich behalten.
Diese Erkenntnis war für Antje Neubauer von der Deutschen Bahn Stiftung der Anlass, um die Wichtigkeit des Vorlesens zu verdeutlichen. Sie teilte mit: „Diese Kinder sind zupackend und aktiv. Sie haben die Chance, sich zu starken Persönlichkeiten zu entwickeln. Sie sind eher bereit, in ihrem späteren Berufsleben Verantwortung zu übernehmen und kreativ Dinge voranzubringen.“

Die Bekanntgabe der Ergebnisse der Vorlesestudie 2015 wurde von den Initiatoren auch genutzt, um zur Teilnahme am 12. Bundesweiten Vorlesetag aufzurufen, der dieses Jahr am 20. November stattfindet 

 

Erstmals erschienen auf:

www.vorname.com/

Privatunterkünfte: Die Hoteliers haben Airbnb völlig unterschätzt

Das Geschäftsmodell des Branchen-Pioniers Airbnb war im Jahr 2007 aus einer persönlichen Erfahrung der beiden Gründer Joe Gebbia und Brian Chesky entstanden. Sie boten während einer großen Designmesse in San Francisco – Hotelzimmer sind dann chronisch knapp und teuer – ihre Wohnung als Übernachtungsmöglichkeit für Messegäste an (sie benötigten schlichtweg Geld, um ihre Miete bezahlen zu können). Die ersten drei Gästen waren Michael, Kat und Amol.

Schnell stellte sich heraus, dass eine ganze Menge Leute nach alternativen Unterkünften suchen. Mit einer Luftmatratze (engl. airbed) und einem selbst gemachten Frühstück (engl. breakfast) fing dieses ganz private Bed & Breakfast an, und formte den Firmennamen Airbnb.

Allein im vergangenen Jahr haben mehr 30 Millionen Gäste in Airbnb-Unterkünften übernachtet. Kein Wunder, dass das Geschäftsmodell international vielfach kopiert worden ist.

Die „Welt“ sprach mit Professor Stephan Gerhard, Gründer und Geschäftsführer der Treugast Solutions Group (einem Beratungsunternehmen für Hotellerie, Gastronomie und Touristik), über das Phänomen Airbnb, die Auswirkungen in der Touristikbranche und die Versäumnisse der deutschen Hotellerie.

Die Welt: Im Englischen umreißt man die Millionen Privatunterkünfte, die man übers Internet direkt beim Vermieter bucht, mit „short term online rental“. Die Marken lauten Airbnb, Wimdu, 9flats, Gloveler, Houstrip, VRBO, HomeAway oder FlipKey. Die Touristikbranche spricht von Parahotellerie, virtueller Hotellerie, fragmentierter Hotellerie oder Graumarkt. Viele Namen für ein neues Phänomen, oder?

Prof. Stephan Gerhard: Der Oberbegriff für das alles heißt inzwischen tatsächlich Airbnb, nicht nur in der Tourismusbranche. Auch die Leute draußen meinen das. Die sagen nicht „wir gehen in ein privates Zimmer“, die sagen „wir buchen über Airbnb“ – egal über wen sie tatsächlich buchen. Das ist schon eine treibende Marke geworden.

Die Welt: Die Rekordnacht in der erst achtjährigen Geschichte des Vorreiters Airbnb war der 8. August 2015, als beinahe eine Million Gäste bei Airbnb-Gastgebern in aller Welt übernachteten. Das ist eine Größenordnung, die doch der klassischen Hotellerie zu denken geben müsste, oder?

 

Gerhard: Als wir vor nun mehr vier Jahren die deutschen Hotels mit dem Phänomen Airbnb konfrontierten, sagten einige zu mir, dass sei ja völliger Blödsinn. Es ist aber kein Blödsinn, es ist jetzt eine richtige Nummer und es gibt auch den Bedarf. Sonst würde es auch nicht funktionieren. Es ist ein Markt, der auch in Verbindung mit Serviced Apartments und Long Stay oder „authentisch irgendwo unterkommen“ einen Gesamtmarkt bildet, der nicht von der Hand zu weisen ist. Aber es ist ein diffuses Bild, genaue Zahlen für Deutschland gibt es nicht. Berlin ist hierzulande die Hochburg, mit rund 15.000 Objekten, die dem Wohnungsmarkt entzogen wurden, wie es im Amtsdeutsch heißt. Airbnb beziffert sein Angebot in Berlin mit rund 17.300 Unterkünften. Wobei man einschränkend erklären muss, dass eine Unterkunft bei Airbnb ja nicht zwangsläufig eine ganze Wohnung ist, die das ganze Jahr über vermietet wird, sondern gegebenenfalls auch nur ein Zimmer ist, das sporadisch angeboten wird.

Die Welt: Das heißt, Airbnb und Co. sind eine ernstzunehmende Größe für Hotels geworden?

Gerhard: Die Hotellerie hat an Boden verloren. Der Dehoga (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband, d. Red.) versucht rechtlich einzudämmen, wo etwas einzudämmen ist, einfach man kein probates Gegenmittel im Marketing hat.

Die Welt: Wie viel hat denn die deutsche Hotellerie denn an Boden verloren?

Gerhard: Realistisch sind es zwischen zehn und 15 Prozent, die tatsächlich am Hotelmarkt vorbeigehen, also von Reisenden, die sonst ins Hotel gehen würden, wenn es Airbnb und Co. nicht gäbe.

Die Welt: Und die deutsche Hotellerie schaut einfach nur zu?

Gerhard: Die Hoteliers haben das Thema vor drei, vier Jahren völlig unterschätzt. Sie haben nicht gesehen, dass man ihnen Geschäft wegnimmt. Das Denken war: Ferienwohnungen gab es schon immer – allerdings am Strand, auf dem Land, in den Bergen. Sie haben das Thema verkannt und drei Jahre lang nur geschaut, wie sie das rechtlich in den Griff kriegen könnten und sich nicht darum gekümmert, wie man das konzeptionell in den Griff bekommen könnte.

Die Welt: Die Diskussion entzündet sich schnell beim Thema „illegale Vermietung“. Es geht um Steuern, die nicht abgeführt werden, um den Brandschutz, der nicht installiert ist. Wie bekommt man da Klarheit rein?

Gerhard: Das wird reguliert fertig aus. Über das Thema Brandschutz kann man die schwarzen Schafe aushebeln. In London und New York wurde bereits rigoros reguliert. Es gibt dann nur die beiden Möglichkeiten: Du musst es gewerblich machen mit allem, was dazugehört, oder eben rein privat und nur ab und zu. Wir haben ja in der Hotellerie auch überhaupt nichts gegen Privatzimmervermietung. Aber es muss gewerblich sein, abgesichert sein, versichert sein – also die gleichen Auflagen haben wie die Hotels. Es muss betrachtet werden wie ein Beherbergungsbetrieb. Dann ist alles gut. Niemand ist gegen Wettbewerb.

Die Welt: Was heißt das für den deutschen Markt?

Gerhard: In Deutschland wird die Regulierung kommen, zumindest in Städten in denen es relevant ist. In den nächsten ein bis zwei Jahren wird das meines Erachtens durchgezogen sein. Aber das Phänomen Airbnb ist damit ja nicht weg, es geht nur darum, dass Unterkünfte verfügbar sind, wo es korrekt zugeht. In Berlin laufen bereits einige Aktionen. Alles, was nicht gemeldet ist, wird überprüft. Es gibt zum Beispiel auch Blindbuchungen und man schaut in die Angebote und fragt nach: Sind die Auflagen erfüllt, ist es gewerblich angemeldet. Und auch die Anbieter selbst tun ja etwas, beispielsweise im Hinblick Versicherung, um das auch vergleichbarer zu machen für den Buchenden.

Die Welt: Wird Airbnb nur als Bedrohung oder auch als Chance begriffen?

Gerhard: Der Status momentan aus Sicht der Hotels: Glasklar, nur Bedrohung. Es wird nicht als Chance erkannt. Aber es gibt einige, die arbeiten daran, dass man diese erzwungene Chance auch ergreift.

Die Welt: Wie darf man sich das vorstellen?

Gerhard: Gerade in den Airbnb-Unterkünften sind die Leute, die in den kleinen Hotels besser bedient werden können von einem Gastgeber, einem Unternehmer, als einem Kasten mit 200 Zimmern. Die Mittelständler, die es ja viel mehr betrifft als die Großen, beobachten nicht nur das Airbnb-Konzept , die entwickeln bereits Gegenkonzepte. Die großen Ketten hingegen entwickeln einfach weitere Häuser und haben ihre Vertriebssysteme. Die deutsche Privathotellerie jedoch schaut sich das inzwischen ganz genau an und versucht Antworten zu geben. Und das machen sie, in dem sie sagen „wir sind der Schlüssel zur Stadt, wenn du zu uns kommst, bekommst du eine persönliche Ansprache, ein authentisches Zimmer und wir erzählen dir auch, wo in der Stadt wirklich was los ist“.

Aus dem Griechischen kommend, steht das Wolkenkuckucksheim (Nephelokokkygia) heute für eine Utopie ohne Bodenhaftung – und das trifft ziemlich genau auf die drei transparenten Hotelzimmerkapseln zu, die in 1200 Meter Höhe an einer vertikalen Felswand im peruanischen Urubamba Valley nahe der Stadt Cuzco kleben. Die Bodenhaftung verlieren potenzielle Gäste der „Natura Vive Skylodge“ schon bei der Anreise: Nicht nur, dass sie ihr knapp 20 Quadratmeter großes Domizil von oben, durch eine Dachluke, besteigen müssen …

 

… auch der Weg dahin auf der „Via Ferrata“, wie die künstliche Steiganlage in Peru genannt wird, ist ziemlich abgehoben und nichts für Weicheier. Denn über 1400 in den Fels eingelassene Eisensprossen und sechs Stahlseile, die als Brücken zwischen einzeln stehenden Bergen fungieren, müssen sich die Gäste zu den futuristischen Wohnkapseln aus Luftfahrt-Aluminium und wetterfestem Polycarbonat vorkämpfen, assistiert von zwei Guides.

 

Die beschwerliche Anreise zu Fuß ist mühsam, aber beabsichtigt und Teil des Konzepts: Die „Natura Vive Skylodge“ setzt auf Umweltschutz und will kein Vorbild sein für massentaugliche „Bergnester“. Entsprechend niedrig ist die Zahl der Gäste, die überhaupt fit genug sind, eine zweistündige Klettertour in Bergsteigermontur zu überstehen, um dann eine Nacht lang mit Schwindelanfällen zu kämpfen, ehe es nach dem Frühstück per Zipline von der „Skylodge“ in Schussfahrt zurück ins Tal geht. Wenig Bodenhaftung hat auch der Übernachtungspreis – der liegt bei stolzen 300 Euro pro Nacht.

 

 

Wobei Ito auch technisch visionär ist: Mit schräg in den Bau eingebauten Zylindern stabilisierte der Japaner etwa die Mediatheque im japanischen Sendai – erfolgreich, 2011 überstand sie ein schweres Erdbeben. Dieses Problem hat Barcelona nicht, und so konnte Ito das „Porta Fira“ geometrisch äußerst komplex gestalten und mit einer Glasfassade versehen, vor der eine markante Konstruktion aus roten Aluminiumröhren hängt.

 

Die Welt: Welche Hausaufgaben würden Sie denn den Hotels aufgeben?

Gerhard: Man müsste die Bedürfnisse der Gäste, die über Airbnb buchen, besser erkennen und im eigenen Hotel umsetzen. Also Authentizität des Hotels, der Schlüssel zur Stadt, das Flair und – hier könnte man besonders gut punkten: die persönliche Betreuung. Airbnb ist sehr persönlich, weil man in eine Wohnung kommt, aber Menschen trifft man hier eigentlich nicht. Das ist im Hotel anders. Das Hotel kann einem Gast, der alleine reist, Menschen und andere Gäste bieten. In der Wohnung trifft man seinen Gastgeber womöglich nur einmal zur Schlüsselübergabe. Doch diese Gastgeberrolle haben die Hotels immer stärker reduziert, um Geld zu sparen. Es ist eine ganz große Chance speziell für die Privathotellerie, diese im Grunde alte Rolle das Gastgebers herauszustellen.

Die Welt: Umgekehrt wird gerade das Airbnb-Marktumfeld immer professioneller. Zahlreiche Start-ups haben sich gegründet, um Aufgaben wie Begrüßung, Reinigung, Befüllen des Kühlschranks, Bezahlen von Steuern und Versicherungen zu übernehmen. Verliert damit die ursprüngliche Idee vom kostengünstigen, authentischen und einzigartigen Aufenthalt mit Anschluss an die „local community“ nicht ihren besonderen Reiz und stirbt einen schleichenden Tod?

Gerhard: Ich denke nicht. Diese Kommerzialisierung von Privatvermietungen läuft oft im Hintergrund, ist die Technik hinter dem trotzdem noch authentischen Angebot. Gut gemacht entsteht so eigentlich eine neue Art von Hotelbetreibern, die gar kein Hotel haben. Und für den Gast hat das sicherlich den Vorteil, dass die Basisleistungen wie „sauber, versichert, Bett bezogen“ gesichert sind.

 

Homepage:

www.welt.de

Insel Ischia in Italien: Wandern für Warmduscher

Der Ischia-Urlaub beginnt schon auf dem Sonnendeck der Fähre: Die Silhouette von Neapel, geprägt von Castel Nuovo und Castel dell’Ovo, verschwindet langsam am Horizont, der Vesuv zeigt sich mit seinem charakteristischen Doppelgipfel. Später tauchen die Landspitze von Capo Miseno und Procida – Ischias kleiner Schwesterinsel – auf. Nach nur 45 Minuten steuert der Kapitän sein Schiff zielsicher ins kreisrunde Hafenbecken von Ischia Porto.

Zahlreiche Taxifahrer umwerben die ankommenden Passagiere. Mit dreirädrigen Gefährten, perfekt für die Fahrten auf den schmalen Straßen der Insel geeignet, befördern sie die Gäste zu ihren Quartieren.

„Das war auch schon Ende der Fünfzigerjahre so“, sagt Antonio di Meglio. Damals steckte der Tourismus noch in den Kinderschuhen, erzählt der heute 80-Jährige. „Ich habe schnell gelernt, dass man mit Touristen mehr Geld verdienen kann als mit den Weinbergen, die meine Eltern bewirtschafteten“, erklärt er.

Zunächst sei er nur mit dem Taxi unterwegs gewesen, am Anfang sogar ohne Lizenz. Später habe er Gäste, die eine Unterkunft suchten, im Wohnhaus der Eltern einquartiert. „Viele Besucher wollten die Insel kennenlernen – also habe ich auch noch Inselrundfahrten für sie gemacht und ihnen die schönsten Ecken gezeigt“, sagt di Meglio.

Heiße Quellen erhitzen das Meer

Di Meglio baute ein eigenes kleines Gästehaus, schon bald aber wuchs ihm die Arbeit über den Kopf. Eine Frau aus Deutschland wäre perfekt fürs Geschäft, dachte er. Und dann stand eines Tages Brunhilde aus Hagen am Hafen und wartete auf ein Taxi.

„Als ich sie sah, wusste ich sofort, das ist genau die Frau, die ich suche. Natürlich war auch Liebe im Spiel“, sagt er und lacht. Heute führen die beiden Kinder Andrea und Giovangiuseppe die zum Mittelklassehotel gewachsene Herberge weiter.

„Die meisten Gäste kommen immer noch zum Badeurlaub“, sagt Tochter Andrea. Schließlich böten die zahllosen heißen Thermalquellen fast das ganze Jahr über die Möglichkeit, in natürlich warmem Wasser zu baden.

In der Bucht von Sorgeto zum Beispiel ist das Meer durch die heißen Fumarolen, kleine Öffnungen im Vulkangestein, so warm, dass man selbst im Winter in warmes Wasser eintauchen kann. Am Strand von Carta Romana schwimmt man mit Blick auf das Castello Aragonese, und auch dort sorgen heiße Quellen für traumhafte Badetemperaturen.

Doch gerade Besucher aus Deutschland haben Ischia auch als Wanderziel entdeckt. „Ischia ist eine grüne, durch vulkanische Aktivitäten geprägte Insel“, sagt Andrea di Meglio. Sie bietet wöchentlich mehrere Wandertouren für Gäste an, die durch Weinberge und schattige Wälder führen und immer wieder großartige Ausblicke auf das im Sonnenlicht blau glänzende Mittelmeer bieten.

Der Wanderklassiker: der Gipfel des Epomeo

Eine der schönsten Touren beginnt in Ischia Ponte. Zwar hat sich auch das einstige Fischerdorf auf den Tourismus eingestellt, aber die engen Gassen mit alten Häusern und verwitterten Fassaden haben bis heute viel Charme.

Überragt wird der kleine Ort vom mächtigen Kastell der Aragoneser. Der Burgkomplex thront auf einer vorgelagerten Felsinsel und ist stolzes Symbol der wechselhaften Inselgeschichte. Das etwas höher gelegene Dörfchen Campagnano bietet nach rund 20 Minuten Wanderung den wohl schönsten Blick auf das Kastell.

Nach einer weiteren halben Stunde taucht Torri di Campagnano auf. Nur noch wenige alte Bauernhäuser sind im winzigen Dorf bewohnt. Das Panorama ist postkartentauglich – und der Blick reicht bis hinüber zum benachbarten Capri.

Unterwegs erzählt Andrea die Meglio viel über die Flora der Insel. Sie ist froh, dass die Bauern wieder die lange vernachlässigten Weinberge kultivieren: „Die Arbeit in den steilen Hanglagen ist beschwerlich, aber es lohnt sich. Immer mehr Gäste möchten regionale Produkte probieren, da darf Wein nicht fehlen.“

Ein Klassiker bei den Wanderungen ist der Aufstieg zum Gipfel des Epomeo. Mit 789 Metern ist der Vulkankegel Ischias höchster Berg. Gestartet wird in Forio Monterone. Der Weg führt durch eine abwechslungsreiche Landschaft hinauf bis zur Einsiedelei Santa Maria del Monte. Danach passieren die Wanderer einen Akazienhain, um dann den letzten steilen Streckenabschnitt in Angriff zu nehmen.

Die Mühen des Aufstiegs werden mit einem fantastischen Rundumblick belohnt. Wer mag, stärkt sich im Bergrestaurant für den Abstieg. „Frühaufsteher können hier oben auf dem Gipfel ein besonders stimmungsvolles Schauspiel erleben“, erzählt Andrea di Meglio: „Dann taucht die aufgehende Sonne unsere Insel in ein unvergleichlich schönes Licht.“

Originalbeitrag:

http://www.spiegel.de/reise/europa/

Die Lüge vom Richtigen

Mr. Right, wo versteckst du dich? Viele Frauen suchen verzweifelt ihren Traummann. Dabei ist schon der Versuch, den Richtigen zu finden, der falsche Weg zum Liebesglück.

 

Es gibt gefühlt hunderte Regalmeter mit Liebes-Ratgebern. Sie tragen Titel wie „Von der Kunst, den Richtigen zu finden“ oder „Dieses Mal klappt es aber wirklich – echt jetzt: Wie sie Mr. Right erobern und halten“ (ok, der war erfunden). Frauen lesen diese Bücher.

Warum? Weil sich von Kleinmädchenzeiten an ein Gedanke tief ins kollektive Frauen-Bewusstsein eingebrannt hat: Dass er irgendwo da draußen ist. Unter all den Bindungsphobikern, Womanizern, Fröschen und Machos. Der eine Mann, der nur für uns geschaffen ist. Der Einzige. Der Richtige.

Das Versprechen: Wer ihn findet, wird glücklich. Für immer selbstredend – mit weniger geben wir selbstbewussten, emanzipierten Frauen von heute uns nicht zufrieden. Die Idee vom Richtigen unterstellt ganz nebenbei, dass man alle Verantwortung für sein Liebesglück abgeben kann. Wenn es nicht klappt, war es halt einfach der Falsche.

Auch der Richtige ist kein perfekter Mensch

Interessanterweise kann aus einem anfangs Richtigen ganz schnell der Falsche werden. Denn auf die Hochphase der Verliebtheit folgt irgendwann zwangsläufig die Desillusionierung. Eine schmerzhafte Zeit, wenn man erkennen muss: Dem Anderen wachsen auf dem Rücken überraschenderweise doch Haare statt Engelsschwingen. Er geht unverschämterweise auch eigenen Interessen nach. Man hat ihn sogar schon einmal mies gelaunt erlebt, verdammt!

Jetzt zeigt es sich, ob wir uns nur in ein idealisiertes Bild vom Anderen verliebt haben oder ob wir akzeptieren, dass auch der Richtige kein perfekter Mensch ist.

Eine entscheidende Rolle spielt dabei die erste „Liebesbeziehung“ unseres Lebens – die zu unseren Eltern, so die Paartherapeutin Sandra Konrad in ihrem neuen Buch „Liebe machen – Wie Beziehungen wirklich gelingen“. Heißt: Wir fühlen uns zu Typen hingezogen, die so humorvoll sind wie unser Vater. Aber auch andersherum wirkt diese Projektion. Er sollte auf keinen Fall so herrisch sein wie unsere Mutter.

Zu hohe Erwartungen

All diese Dinge sind uns nicht bewusst. Dennoch können sie weitreichende Folgen haben, denn: „Wir versuchen unser Leben lang, alte Wunden zu versorgen – und das gelingt nur mit Menschen, die an ihnen rühren“, so Sandra Konrad. Kurz gesagt: Was man von Vater und Mutter nicht genug bekam, soll dann der Traummann ausbügeln. „Wir hoffen auf ein Happy End“ – mit dem Richtigen.

Das Ergebnis ist bekannt: Viele Frauen stecken in einer nicht enden wollenden Wiederholungsschleife von Ver- und Entlieben. Sie werden zu so genannten seriellen Monogamisten. Bei jedem neuen Mann hoffen sie, dass es dieses Mal der Richtige ist.

Paartherapeutin Konrad hat darauf eine so einfache wie überzeugende Antwort: Den einen Richtigen gibt es nicht, es gibt viele potentiell Richtige. „Idealerweise können wir mit unserem Partner wachsen“, sagt Sandra Konrad. Das heißt auch: Ihm Schwächen zugestehen und ihn nicht zu einem unrealistischen Traummann idealisieren, der in jeder Situation immer alles richtig macht.

 

Original:

http://www.brigitte.de/liebe

Mexiko: Schon mal mit einem Walhai geschnorchelt?

Es ist ein einzigartiges Spektakel, das sich in den Sommermonaten vor der Küste der mexikanischen Halbinsel Cancún abspielt: Jeden Morgen steigen Hunderte hungriger Walhaie hoch zur Wasseroberfläche, um Nahrung zu suchen. Gleichzeitig machen sich Hunderte von Touristen in mehr als 200 Booten auf den Weg zu den Fressplätzen vor den Inseln Isla Holbox, Isla Contoy und Isla Mujeres. Dort springen sie mit Schnorchelausrüstung zu den Tieren ins Wasser – mit noch unbekannten Folgen für die Meeresfauna.

Das Seegebiet zwischen dem Golf von Mexiko und der Karibik ist nach Angaben des mexikanischen Meeresbiologen Francesco Molina einer der reichsten Fressplätze des Meeres weltweit. Hier gelangen riesige Planktonmengen aus den kalten Regionen des Atlantiks an die Oberfläche und gedeihen dort prächtig. Und so kommen alle, um zu fressen: Sardinen, Thunfische, Marline, Delfine, Haie, Mantarochen – und eben die Walhaie.

Den Walhai-Tourismus in Mexiko gibt es erst seit wenigen Jahren. „Die Fischer wussten schon seit Langem von den Walhaien, aber sie haben sie nicht gefangen“, sagt ein Pionier des Hai-Tourismus von der Isla Mujeres, Nacho Peon. „Denn sie orientierten sich an ihnen, um ihre Netze auszuwerfen. Sie wussten, wo die Haie sind, da gibt es Plankton und viele andere Fische.“

Paradiesische Zustände

Zu finden sind die Haie leicht, weil ihre Rücken- und Schwanzflossen aus dem Wasser ragen. Im Jahr 2002 fuhren die ersten Boote mit Touristen zu den Walhaien nördlich der Inseln Holbox und Contoy an der Nordspitze Yucatáns. Es waren paradiesische Zustände mit drei oder vier Booten und maximal 40 Gästen täglich. Heute sind es mehr als 200 Boote und bis zu 2300 Touristen.

 

 

Die Zeiten, in denen mehr oder weniger professionelle Taucher mit sich und den Haien allein waren, sind vorbei. An einem guten Tag bringen die Touren einen Umsatz von bis zu 400.000 US-Dollar. Nach Angaben des Umweltministeriums sind im Walhaigeschäft bisher 750 direkte Arbeitsplätze entstanden.

Die Fahrten zu den „Dominos“ – so nennen die Fischer die Walhaie wegen der Punkte auf dem Rücken – sind zu einer der großen Attraktionen in der mexikanischen Karibik geworden. Eigentlich sind die Walhaie, die bis zu 16 Meter lang werden können, Einzelgänger. Sie leben in tropischen Meeren rund um den Globus und ernähren sich hauptsächlich von Plankton und Fischeiern. In anderen Weltgegenden werden sie mit Futter angelockt, damit die Touristen einzelne Exemplare zu sehen bekommen. In Cancún ist das nicht nötig.

Auswirkungen des Tourismus

Hier, wo sich die Gewässer des Golfs von Mexiko und der Karibik mischen, tummeln sich die Walhaie von Mai bis September. Der Biologe Rafael de la Parra hat im August 2009 bei einem Überflug an einem einzigen Tag 420 Exemplare gezählt. „Es ist die größte Ansammlung, die weltweit je gesichtet wurde“, sagt er. Die größte Anzahl an Mantarochen, die er dort antraf, lag bei 350. Gleichzeitig weiß de la Parra um die Auswirkungen des Tourismus: „Es sind zu viele Boote, die die Haie stören.“ An manchen Tagen werden sie von Schwimmern regelrecht bedrängt.

„Die Fische sind gutmütig, von einzelnen Schnorchlern lassen sie sich nicht von der Nahrungsaufnahme abhalten“, sagt der Fachmann. „Im Grunde sind sie gigantische Ansaugmaschinen, die die winzigen Planktonteilchen filtern.“ Wenn man die Tiere aber berührt oder wenn sie von einem Boot angestoßen würden, tauchten sie ab. Dadurch könne die Nahrungsaufnahme unterbrochen werden.

„Eine unzureichende Ernährung vermindert die Fähigkeit der Tiere, zu wachsen und sich zu vermehren“, sagt Francisco Remolina, ehemaliger Direktor des Nationalparks Isla Contoy, in dem sich das Schwimmen mit den Walhaien abspielt. „Dadurch werden beide Spezies, Walhaie und Riesenrochen, in ihrem Bestand gefährdet.“

Verhaltensregeln auf dem Meer

Die mexikanischen Behörden denken darüber nach, wie die touristischen Aktivitäten so organisiert werden können, dass die Tierwelt im Meer möglichst keinen Schaden nimmt, die Fischer ihr Auskommen haben und die Touristikindustrie gute Geschäfte macht. „Das ist die Herausforderung“, sagt Mari Carmen García Rivas, die Direktorin des Nationalparks Isla Contoy.

Weniger Lizenzen, Boote und Schwimmer sowie eine strikte Einhaltung der Verhaltensregeln auf dem offenen Meer – darauf laufen die Überlegungen hinaus. „Wenn die maximale Zahl an Reservierungen erreicht ist, wird die Liste geschlossen“, sagte García. Sie hofft, dass sich das auch durchsetzen lässt.

Remolina, ihr Vorgänger, hat seine Zweifel, weil die Lizenzen von verschiedenen Institutionen vergeben werden. „Und das Problem ist, dass die Entscheider in Mexiko-Stadt sitzen.“ Der Staat trage eine große Verantwortung. „Wenn wir es nicht schaffen, die Tiere zu schützen und mit ihnen das einzigartige Ökosystem, das wäre eine Schande von Weltmaßstab.“

 

Original:

www.welt.de/reise/Fern/

Älteres iPhone für die Tochter, aber bitte mit neuem Akku!

Bei der täglichen Organisation im Familienleben gibt es fast täglich Probleme zu lösen, zu trösten oder Termine zu managen. Ein ganz großes Thema ist bei uns wie bei so vielen anderen Familien Computer und Smartphones. Durch die immer 2 Jahre laufenden Verträge mit einem Telekommunikationsunternehmen bekommt man alle 2 Jahre ein neues Smartphone, wenn man will. Und irgendwie macht man es halt dann, weil man will ja auf dem neuesten Stand bleiben. Dieser Fall ist kürzlich in unserer Familie eingetreten. Der Vertrag meines Mannes lief aus und er verlängerte ihn um 2 weitere Jahre und bestellte sich ein iphone 6 dazu. Nun hatte er allerdings noch das iPhone 5, nur 2 Jahre alt. Wir überlegten, ob wir es verkaufen sollten, die Gebrauchtpreise für relativ aktuelle iphones sind erstaunlich hoch. Auf der anderen Seite berichtete unsere 10-jährige Tochter, dass fast alle Klassenkameraden ein Smartphone besitzen würden und sie mit dem alten Samsung Galaxy mini schon ziemlich eingeschränkt sei. Ich verstand nicht wirklich, warum jetzt eine 10-jährige unbedingt ein relativ aktuelles Smartphone braucht, mein Mann hatte da mehr Verständnis, na ja, es ist auch das Nesthäkchen und die einzige Tochter. Nun denn, wir entschieden, dass sie also das ausgemusterte iPhone 5 meines Mannes bekommen sollte. So geschah es dann auch. Als das neue iPhone 6 eingetroffen war, bekam sie das alte Handy meines Mannes. Zuerst war die Freude groß, allerdings wurde diese ein wenig eingetrübt, als sie feststellen musste, dass der Akku des iPhones 5 schon ziemlich schwach war. Meinem Mann fiel das nie auf, weil er ständig eine Lademöglichkeit hat, im Büro, im Auto und natürlich zuhause. Wenn meine Tochter aber den ganzen Nachmittag (in die Schule darf das Handy nicht mitgenommen werden) draußen damit rumspielt, ohne laden zu können, geht dem iPhone ziemlich schnell der Saft aus. Das konnten auch wir nicht ignorieren, wir hatten auch ein Interesse daran, dass ihr Handy dann auch im Notfall funktioniert. Also musste ein neuer Akku her. Beim iPhone ist es natürlich nicht mehr so, wie bei alten Nokia Handys, dass man den Akku so ohne Weiteres entnehmen und tauschen kann. Da musste ein Fachmann für Smartphones ran, der auch das notwendige Werkzeug hatte, um die Spezialschrauben beim iPhone zu lösen. Diesen fanden wir in Berlin Prenzlauer Berg und der Preis war niedriger, als wir befürchtet hatten. Für 45,00€ inkl. Akku baute uns der nette Servicemann einen neuen Original-Akku ein, ein wirklich fairer Preis. Jetzt wissen wir für die Zukunft, an wen wir uns wenden können, wenn es um die Reparatur eines unserer Smartphones geht und das Töchterchen ist auch glücklich, was will man mehr?

Das erste Mal High-Heels: ein kleiner Ratgeber

Nichts macht so schöne und lange Beine wie ein gutes Paar High Heels. Am besten mit ultradünnem Stiletto, besonders zarten Riemchen und in der Gesamtheit mehr ein Hauch von Nichts als ein Schuh. Doch wie um Himmels Willen soll frau auf so etwas laufen können? Ein Crash-Kurs zum Laufen auf High Heels.

Welcher Schuh passt zu mir?

Um auf einem Paar High Heels gut laufen zu können, ist zunächst von Bedeutung, welche Schuhform und Absatzhöhe gewählt wird. Zu eng sollten die Schuhe nicht sein, da sonst Haltungsschäden drohen. Überlegen Sie sich, welche Art von Schuh zu Ihnen und Ihrem Fuß passt. Zu weite Schuhe fördern aber eher einen schleichenden statt einen schreitenden Gang. Slingpumps sind daher im Sommer eine gute Wahl. Im Winter oder bereits im Herbst kann ein Paar Stiefel mit Absatz ebenfalls gute Dienste leisten. Bei beiden Schuhformen ist zumindest sichergestellt, dass sich die Trägerin nicht während des Laufens in Cinderella verwandelt und einen Schuh zurück lässt. Ist der richtige Schuhe gefunden heißt es: üben, üben, üben.

Nach dem Schuh ist vor dem Schuh

Während des Tragens und im Anschluss an die Verwendung von High Heels ist es besonders wichtig, auf die richtige Pflege der Füße und ihre größtmögliche Schonung zu achten. So sollten High Heels mit einem zusätzlichen Gel-Polster ausgestattet werden. Diese verhindern Druckstellen und entlasten sowohl Ballen als auch Fersen. Ein angenehmeres Tragegefühl wird so hergestellt. Nach dem ausziehen der high Heels sollten die Füße entsprechend gepflegt werden. Ein anti-Blasen Stift mit Hirschhorntalg verhindert die Entstehung, während kühlende Gels und spezielle Pflaster hilfreich sind wenn bereits entstandene Blasen zu versorgen sind. Mehr Informationen zur Blasen-Behandlung – siehe auch unter Hansaplast.de.

Nicht nur der Schuh zählt!

Um High Heels tragen und trotzdem einen grazilen Gang aufweisen zu können, ist die richtige Pflege und Vorbereitung nötig. So muss zunächst ein passendes Paar gefunden werden, das verhältnismäßig bequem sitzt. Cremes zur Behandlung von Blasen und Gel-Polster helfen zudem, Verletzungen vorzubeugen, bzw. diese zu behandeln.

 

Quelle:

http://www.trendigemode.de/

Bezahlst Du heute?

Wenn wir frisch verliebt das Leben genießen, spielt Geld keine Rolle. Nicht mehr ganz so frisch verliebt, gibt es plötzlich genau darüber Streit. Warum fällt es Paaren so schwer, mit Geldfragen entspannt umzugehen?

Feierabend. Er kommt nach Hause, ruft schon in der Tür „Hallo!“ und eilt in die Küche.

Er: „Überraschung!“
Sie: „Aha?“
Er: „Ich habe endlich ein Hotel gefunden, sogar mit Privatstrand!“
Sie: „Hm.“
Er: „Ich weiß, das klingt bisschen schick, aber es hat Vorteile mit den Kindern!“
Sie: „Ehrlich gesagt, finde ich so ein Hotel zu teuer.“
Er: „Aber wir können es uns doch gerade leisten!“
Sie: „Wir? Du vielleicht. Ich könnte mir so ein Hotel nicht leisten!“
Er: „Aber – es ist doch unser Geld!“

Sie rollt mit den Augen, seufzt und verlässt die Küche.

Später am Abend sitzt das Paar wieder zusammen in der Küche. Sie verschluckt ein paar Tränen, die ihr peinlich wären. Er ist sehr still. Sie sehen sich an und blicken in ratlose Gesichter. Eigentlich sind sie doch glücklich. Auch nach zehn Jahren noch. Wieso streiten sie plötzlich über die Kosten eines Urlaubs, den sie sogar finanzieren könnten, weil es das gemeinsame Konto hergibt? Früher haben sie über Geld so gut wie nie gesprochen, geschweige denn gestritten. Was ist passiert?

Paare finden sich heute ohne Zwang. Die meisten gehen eine feste Beziehung ein, weil sie sich lieben. Geld hat bei dieser Entscheidung nach unserem vorherrschenden Verständnis nichts mehr verloren. Sobald zwei Liebende jedoch in eine gemeinsame Wohnung ziehen oder Kinder bekommen, wird aus dem Paar unweigerlich ein Haushalt. In guten wie in wirtschaftlich schlechteren Zeiten. Und plötzlich ist Geld ein Thema, auf das niemand vorbereitet war.

Nido-Autorin Susanne Lang fragt im Titelthema der aktuellen Ausgabe, ob Geld am Ende doch die Liebe kaputt macht. Und ob die vielen Streits über finanzielle Angelegenheiten nicht eigentlich eine andere Ursache haben, nämlich den nach wie vor schlechten Stand der Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen.

 

Zur Anbieter-Website:

www.nido.de/

Energiesparhäuser – Öko-Häuser: Energie gespart, aber Asthma bekommen

München – Auf so eine Studie haben Öko-Kritiker seit langem gewartet: Energiesparhäuser erhöhen das Risiko für Asthma, wie Forscher vom Europäischen Zentrum für Umwelt und menschliche Gesundheit an der Universität Exeter kürzlich in einer Studie in „Environmental International“ publiziert haben.

Öko und Asthma

Richard Sharpe und sein Team hatten Daten von 777 Einwohnern und ihren Häusern in Cornwall analysiert. Wie energiesparend ein Haus war, maßen sie anhand der Standard Assessment Procedure (SAP), ein von der britischen Regierung empfohlenes System zur Einschätzung des Energieverbrauches.

Damit werden die jährlichen Kosten für Heizen, Strom und Ventilation sowie die CO2-Emissionen berechnet. Die SAP-Skala reicht von eins bis hundert, wobei hundert ein extrem energiesparendes Haus bedeutet. Je höher die SAP, desto häufiger waren die Bewohner im Jahr zuvor wegen Asthma beim Arzt, und desto öfter nahmen sie Asthmamedikamente.

Bei einer SAP von mehr als 70 war das Risiko doppelt so groß wie bei einer SAP von 24 bis 60. „Die Leute isolieren wie wild und bauen absolut undurchlässige Fensterdichtungen, aber sie ändern ihre Lüftungsgewohnheiten nicht“, sagt Dennis Nowak, Umweltmediziner am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

„Sie vergessen, dass der Mensch durch Atmung, Schwitzen, Kochen und Duschen gut zwei Liter Flüssigkeit pro Tag an die Raumluft abgibt. Bei einer vierköpfigen Familie entspricht das locker einem großen Eimer Wasser.“ Würden dann die Bewohner nicht lüften, sagt Nowak, steige die Luftfeuchtigkeit an, was das Wachstum von Schimmelpilzen und Milben begünstige.

Umwelt als Feind

Doch energiesparende Häuser erklären die Anfälligkeit für Asthma nur zum Teil. „Asthma entsteht durch ein kompliziertes Wechselspiel vieler Faktoren, Schimmelpilze und Hausstaubmilben sind nur zwei mögliche“, sagt Ioana Agache, Expertin für Asthma bei der Europäischen Akademie für Allergie und klinische Immunologie (EAACI).

Die Vererbung beeinflusst, wie empfindlich die Atemwege auf Reize aus der Umwelt reagieren. Ob Asthma ausbricht, hängt vermutlich von diesen Reizen ab. „Am besten nachgewiesen ist, dass Zigarettenrauch Asthma begünstigt“, sagt Agache, „und zwar aktives und passives Rauchen.“

Auch Allergien auslösende Stoffe wie Pollen, Tierhaare, Chemikalien oder Medikamente sind häufig für Asthma mitverantwortlich. „Es ist problematisch, sich – wie es in dieser Studie gemacht worden ist – nur auf einen oder zwei Risikofaktoren zu fixieren. Man muss immer die komplexe Entstehungsgeschichte berücksichtigen“, sagt Agache.

Frage nach ursächlichem Zusammenhang

Die Studie habe außerdem die Schwäche, dass die Forscher zu wenige konkrete Fragen gestellt hätten, sagt Armin Schuster, Biologe am Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene an der Uniklinik in Freiburg. „So konnten sie nur eine Assoziation feststellen. Über einen ursächlichen Zusammenhang sagt das noch nichts aus.“

Dafür hätten sie fragen müssen, ob nach Einzug in ein Energiesparhaus oder nach einem Umbau mehr Menschen erkrankt seien oder ob sich bei bereits an Asthma Erkrankten in solchen Gebäuden die Krankheit verschlimmert habe.

Andere Daten deuten allerdings auf einen kausalen Zusammenhang zwischen Raumluft und Asthma hin: Wissenschafter aus den USA und aus Thailand bestätigten gerade mit einer umfangreichen Analyse von 69 Studien, dass Feuchtigkeit Asthma verschlimmert, vermutlich bedingt durch Milben und Schimmelpilze.

Stoßlüften als Lösung

„Man kann das Asthmarisiko ganz einfach senken“, sagt Schuster, „indem man mehrmals täglich stoßlüftet, die Wohnung gleichmäßig heizt und keine Luftbefeuchter benutzt.“ Gegen Milben hilft, wenn man die Wohntemperatur eher kühl und trocken einstellt, regelmäßig putzt und bei Milbenallergie Schutzüberzüge für Matratzen, Kissen und Betten verwendet. Verzichtet man zudem auf das Rauchen, tut man Lungen und Blutgefäßen etwas Gutes.

Neubauten sollten nicht bezogen werden, bevor Beton, Zement und Estrich richtig ausgetrocknet sind, rät Schuster. Denn manchmal entsteht während des Bauens Schimmel – etwa wenn Fenster im Winter geschlossen waren. „Gut isolierte Neubauhäuser sind in Ordnung, solange die Bewohner regelmäßig lüften“, sagt Umweltmediziner Nowak. „Aber wenn ein zugiger Altbau isoliert wird und man sich wie zuvor verhält, treten Probleme auf – so sicher wie das Amen in der Kirche.“ (Felicitas Witte, DER STANDARD, 18./19.4.2015)

 

Quelle:

derstandard.at

Sport und Fitness für Kinder sehr wichtig

Nichts bringt unseren Organismus mehr in Schwung als Bewegung in Form von Sport und gerade für Kinder ist Sport besonders wichtig, um Folgeschäden wie Übergewicht, Haltungsschwächen, Diabetes oder auch Herz-Kreislauf-Krankheiten entgegenzuwirken.

 

Sport und Fitness für Kinder sehr wichtig

 

Der Bewegungsapparat lässt sich besonders in Zeiten von Playstation und Internetflatrates nur schwer anschmeißen. Leider sind viele Erwachsene kein gutes Vorbild für ihre Kinder und machen es sich sehr einfach. Warum sollte das Kind Freude an Bewegung haben und sportlich aktiv werden, wenn der Erwachsene selbst kurze Strecken mit dem Auto fährt oder im Kaufhaus den Aufzug statt der Treppe benutzt?

 

Sport und Fitness als Ausgleich für Kinder

Sport und Fitness für Kinder – Fußball spielen macht Spaß

Sport fördert nicht nur die Fitness, sondern es ist erwiesen, dass sportliche Kinder auch geistig auf einem höheren Level schweben als Sportmuffel. Gehen Sie mit Ihren Kindern raus, lassen Sie sie toben und die Welt entdecken. Kinder besitzen einen natürlichen Entdeckungsdrang welcher sich hervorragend dazu eignet um sportlich aktiv zu sein. Ängstliche Eltern die Verletzungen schon vorher herbei ahnen sind hier eindeutig fehl am Platz, denn so behindern Sie die Kinder in ihrer Bewegungsfreiheit. Ohnehin passieren die meisten Unfälle im Haushalt durch Unachtsamkeit des Kindes. Sport kann natürlich auch mal ein Kratzer oder eine blutende Nase mit sich bringen. Wichtig dabei ist, dass das Kind daraus gelernt hat.

Sportunterricht in der Schule reicht bei weitem nicht aus um aufgestaute Energie loszuwerden. Sportgemeinschaften können schon relativ günstig wahrgenommen werden, egal ob Judo, Fußball, Tanzen oder Schwimmen. Das Kind lernt mit Niederlagen umzugehen und schüttet bei Siegen Glückshormone aus. Modern sind Spielekonsolen die zum Bewegen animieren sollen. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass der Fußball aus Leder besteht, der frisch gemähte Rasen zum Spielen animiert oder man beim Tennis enorme Laufarbeit leisten muss.
Empfehlenswert ist es, wenn Kinder so früh wie möglich am Kinderturnen teilnehmen, denn dadurch entdecken sie vielleicht von klein auf ihre Freude am Sport.

 

Original-Quelle:

www.vorname.com/ratgeber/hobby-freizeit/

Bewegung mit und für Kinder

Kinder brauchen Bewegung und warum Bewegung für Kinder so wichtig ist!
Immer wieder kommen in den Medien und auch in medizinischen Fachzeitschriften Diskussionen um das Thema Übergewicht auch bei Kindern auf. Das dies längst nicht mehr nur ein Problem der USA ist, wird anhand diverser Statistiken deutlich. In Deutschland sind viele Kinder zu dick und neigen zu starkem Übergewicht.

Dass hier die Eltern Einhalt gebieten müssen, ist also ein Fakt, der sich nicht von der Hand weisen lässt. Kinder sind brutal in ihrem Verhalten und ihrer Ehrlichkeit anderen gegenüber. Daher ist es sinnvoll, einzugreifen, bevor ein Kind im Kindergarten oder in der Schule gehänselt wird oder sogar unter Mobbing zu leiden hat und ausgeschlossen wird.

Bewegung mit und für Kinder – Sportliche Aktivitäten

Kinder bewegen sich gern und viel. Dies kann schon zu Hause mit einem Ball, einem Sprungseil oder bei Spaziergängen erreicht werden. Es gibt allerdings auch in vielen Großstädten und Gemeinden die Möglichkeit, Kinder im Sportverein z. B. zum Kinderturnen, Fußball, Handball, Leichtathletik, etc. anzumelden. Natürlich bringt es nichts, wenn man versucht das Kind zu seinem Glück zu zwingen. Der Drang zur Bewegung muss vom Kind ausgehen. Als Eltern kann man jedoch einen wesentlichen Beitrag leisten, indem man mit seinem Kind / seinen Kindern raus geht zum Fahrrad fahren, Wandern, Schwimmen,… oder einen schönen Spaziergang mit Picknick macht, statt ständig den Fernseher laufen zu lassen oder das Kind / die Kinder vor ein Computerspiel zu setzen.

Bewegung für Kinder – Sportvereine & Sportkurse

Wenn man mit einem Kind spricht, wird es nicken und sich je nach Alter die Worte der Eltern mehr oder weniger annehmen. In Kindermannschaften, wie etwa beim Fußball oder auch beim Schwimmen, lernen Kinder, sich mit anderen Kindern zu bewegen, mit ihnen zu spielen und Spaß zu haben. So etwas muss nicht immer wahnsinnig teuer sein. Zudem gibt es Sportkurse, die als Prävention von den Krankenkassen empfohlen und teilweise oder gar vollständig gefördert und finanziert werden. Hier ist das Kind in den richtigen Händen. Unter fachkundiger Anleitung lernt es hier, wie es sich bewegen muss und kann. Es erkennt, welche Fähigkeiten es hat und wie flink und agil es ist. Auch eine kleine Belohnung, wie etwa ein lobendes Wort oder eine Medaille fördern den Drang sich zu bewegen. Das Kind erfährt, dass es etwas Positives erreicht.

Zu viel ist auch nicht gut

Viele Kinder neigen aufgrund ihres Übergewichtes dazu, schnell mal eine Diät und gleichzeitig viel Sport und Fitness zu machen. Vor allem, wenn sie in einem Alter sind, in dem sie die ersten Vorbilder entdecken, müssen die Eltern vorsichtig sein. Übergewicht bei Kindern ist das eine Problem, das nächste sind Essstörungen und Magersucht.

Homepage:

www.vorname.com/ratgeber/gesundheit/bewegung-mit-und-fuer-kinder-142

Nie wieder schlechter Sex

Über die Flaute im Bett beschweren, das kann doch jeder. Dabei liegt es an uns selbst alles besser zu machen, viel besser! 2015 könnte Euer erotischstes Jahr werden, sofern Ihr diese neun wichtigen Vorsätze befolgt!

 

9 Vorsätze, die jede Frau für 2015 fassen sollte und die garantieren, dass der Bettsport erfüllender denn je wird!

1. Schluss mit Orgasmuslügen

Den Orgasmus vorheucheln, das hat noch nie was gebracht. Vielleicht verletzen wir so kurzfristig sein Ego nicht, langfristig führt es jedoch nur zu extremem Frust im Bett. Ab jetzt stets ehrlich bleiben!

2. Schluss mit Verzicht auf Oralsex

„Er macht das eben einfach nicht gern“ ist der Satz, den keine Frau 2015 mehr sagen sollte. Klitorale Stimulierung ist wichtig, oftmals sogar der einzige Weg zum Orgasmus. Und mit seiner Zunge funktioniert es eben am besten.

3. Weg mit den Omaschlüpfern

Es ist ganz egal, ob Euch jemand in Unterwäsche sieht oder nicht: Mit einem Omaschlüpfer darunter hat keine Frau eine sinnliche Ausstrahlung, ganz einfach, weil sie sich darin nicht sexy fühlt.

4. Tacheles reden

Keine falsche Zurückhaltung oder Verlegenheit mehr: Sagt ihm, was Euch beim Sex gefällt und was nicht. Nicht mit Gesten oder Geräuschen. Kerle wollen Klartext und werden sich dafür erkenntlich zeigen.

In der Galerie: Was die Vagina mag und was sie nicht mag:

5. Endlich den G-Punkt finden

Der G-Punkt ist kein Mythos, es gibt ihn wirklich und jede Frau kann ihn finden und dann den Partner dorthin leiten. Die Suche beginnt auf Google, dann mit den Fingern. 30 Minuten konzentrierte Forschungsreise, und wir versprechen, Ihr habt ihn!

6. Immer bereit und geschützt

Warum die Kondome ihm überlassen? Jeder Single sollte das Verhütungsmittel stets bei sich tragen, wen er ausgeht. Das macht euch nicht zur Schlampe, sondern zur emanzipierten und vernünftigen Frau!

 

7. Kein Sex aus Verpflichtung

Keine Lust auf Sex? Dann habt auch keinen! Sex nur deshalb, weil er es will oder es an der Zeit wäre, bringt nichts als ein negatives Gefühl am Ende.

8. Keine Sorge um die Zahl

Auch Frauen sollten dringen damit aufhören sich über die Zahl ihrer Sexpartner Gedanken zu machen. Ihr habt Lust auf Sex mit der neuen Bekanntschaft? Dann los, denn was bei Männern okay ist, sollte es spätestens 2015 auch bei Frauen sein.

9. Mit Gewissheit ins neue Jahr

Wer schleppt die unangenehmen Tests ständig vor sich her? Wenn der letzte ungeschützte Verkehr drei Monate oder länger her ist, dann einfach einen Termin zum Bluttest vereinbaren und sichergehen, dass alles im grünen Bereich ist. Sich entspannt fühlen garantiert besseren Sex!

 

Gesichtet bei:

http://www.joy.de/liebe/artikel/a-61502/nie-wieder-schlechter-sex.html

Was kosten Infrarotheizungen?

Was kosten Infrarotheizungen?


Wer sich für eine Infrarotheizung interessiert, stellt sich sicherlich irgendwann auch die Frage, was diese alternative Heiztechnologie eigentlich kostet.

Doch wer sich die Sonne ins Haus holen möchte, hat die Qual der Wahl. Es gibt derzeit sehr viele unterschiedliche Modelle von den verschiedensten Herstellern, Leistungen, Größen und Designs sowie Zusatzfunktionen, so dass die Frage nach dem Preis nicht ganz leicht zu beantworten ist.

Welche Bauart der Infrarotheizung verwendet werden sollte, ist abhängig vom Verwendungszweck und Einsatzort – und nicht zuletzt auch vom persönlichen Geschmack. Die Preise für Infrarotheizungen beginnen bei unter hundert Euro für sehr einfach Einsteigermodelle aus dem Baumarkt. Größere Modelle mit höherer Leistung oder spezielle Geräte können schnell mehrere hundert Euro pro Heizelement kosten. Die zum Teil gravierenden Preisunterschiede sind jedoch nicht immer nur von der Größe und der Qualität der Infrarotheizung abhängig. Es gibt mehrere unterschiedliche Faktoren, die den Preis einer Infrarotheizung beeinflussen. Daher kann es nicht schaden, sich diese Faktoren ein wenig genauer anzuschauen, um das Preis-/Leistungsverhältnis einer Infrarotheizung besser einschätzen zu können.

Leistung und Größe

Den größten Einfluss auf den Preis haben aber die Leistung und die Größe der Infrarotheizung. Diese sind abhängig vom Wärmebedarf und der Raumgröße. So kann es bei einem großen Raum beispielsweise wärmetechnisch sinnvoller sein, mehrere kleine Infrarotheizungen über den Raum zu verteilen als eine große zu installieren. Kleinere Geräte sind jedoch in Relation zu größeren und leistungsstärkeren Heizelementen teurer, was zu einer Preissteigerung zwischen 20 und 40 Prozent führen kann. Beispielsweise zahlt man für eine einfache Infrarotheizung mit 600 Watt Leistung ca. 220 Euro, so kosten zwei Heizelemente mit je 300 Watt bei gleichen Standards schon um die 300 Euro.

Optik, Funktion und Ausführung

Auch der Verwendungszweck und der Einsatzort haben Einfluss auf den Preis einer Infrarotheizung. Sollen sie sich außerdem nicht nur optisch, sondern auch durch ihre Farbe und Materialbeschaffenheit in die Raumumgebung einpassen, oder über spezielle Zusatzfunktionen verfügen, kommen spezielle Bauarten von Infrarotheizungen zum Einsatz. Spiegelheizungen im Badezimmer, Bilderheizungen im Wohnzimmer oder beschreibbare Tafelheizungen in Kinderzimmern oder Küche haben ihren Preis. Bei gängigen Modellen mit einer Leistung von 300 Watt muss man sich bei verschiedenen Ausführungen auf ungefähr folgende Preise einrichten:

  • Spiegelheizung: ca. 300 Euro
  • Marmorplatte: ca. 400 Euro
  • Bildheizung: ca. 180 Euro
  • Tafelheizung: ca. 270 Euro

Im Vergleich dazu erhält man bei Infrarotheizungen mit gleicher Leistung als einfache Ausführung weitaus günstiger:

  • Deckenheizelement: ca. 180 Euro
  • Standardinfrarotheizelement: 120 Euro

Marken und Siegel

Mit einem Mehrpreis muss man bei verschiedenen Marken und Herstellern rechnen. Diese Aufschläge werden in der Regel mit der Bekanntheit, Erfahrung, Kundenzufriedenheit und der Qualität einer Marke bzw. eines Herstellers begründet.

Darüber hinaus erfüllen die Infrarotheizungen vieler Hersteller besondere Kriterien, die durch Prüfsiegel und Zertifikate nachgewiesen werden, z. B. für besonders umwelt- und klimafreundliche Produkte, spezielle Sicherheits- oder Qualitätsnormen. Die Kosten für die Prüf- und Zertifizierungsverfahren werden anteilig in den Verkaufspreis der Infrarotheizung eingerechnet.

Thermostate und Zubehör

Ebenfalls einen nicht unwesentlichen Einfluss auf den Verkaufspreis haben Zusatzfunktionen, Thermostate und Zubehör. Thermostate und Zubehör dienen der bedarfsgerechten und komfortablen Regelung der Infrarotheizung. Eine vermeintlich günstige Infrarotheizung kann durch zusätzliche Anschaffungskosten für Thermostate, Regler und anderer Zubehör letztlich teurer werden als eine Infrarotheizung, die damit von vorneherein ausgestattet ist.

 

Originalbeitrag lesen:

http://www.heimwerker-tipps.net

Pubertät bei Mädchen

Bereits in der Grundschule werden Kinder im Sachkundeunterricht mit dem Thema der Aufklärung vertraut gemacht. Kindgerecht wird dort vermittelt, was während der Pubertät passiert, warum die Jungen den Stimmbruch bekommen und Mädchen die Menstruation (auch Regel oder Monatsblutung genannt).

Auch die Veränderung der Geschlechtsorgane beispielsweise die Entwicklung der weiblichen Brust wird in kleinen Filmen dargestellt. Aufklärung in diesem Sinne hat zwar oberflächlich stattgefunden, spätestens wenn die Pubertät einsetzt werden sie feststellen, dass alles gar nicht so einfach ist, wie es in den Filmen dargestellt wurde. Hier sind die Eltern gefragt, die ihre Tochter in diesem Entwicklungsprozess begleiten.

 

Die Pubertät bei Mädchen – Beispiel

Wenn der eigene Körper plötzlich beginnt sich zu verändern, ist das alles viel aufregender aber auch mit Geheimniskrämerei und Scham verbunden. Anna hat plötzlich die ersten Ansätze zur weiblichen Brust. Sie ist gerade mal zwölf. Anna schämt sich, traut sich nicht vor den anderen Mädchen in der Umkleidekabine ihre Kleidung zu wechseln. Die Jungs lachen über sie, wollen sie ständig angrabschen. Anna fühlt sich mies, sie möchte noch keine vollen Brüste.

Was sie jetzt braucht, ist eine Person mit der sie über all diese Dinge sprechen kann. Die Pubertät setzt bei dem einen sehr früh, bei dem anderen später ein.

Während Anna sich über ihre kleinen Rundungen ärgert, ist Isabel verzweifelt da sie mit sechzehn noch immer flach wie eine Flunder ist. Solche Situationen kennen sicherlich viele.

Ärgern und sich verschließen oder gar verzweifeln bringt nichts, denn alles kommt wie es kommen soll. Die Pickel im Gesicht sehen nicht besonders hübsch aus, gehören jedoch ebenso zur Entwicklung von Mädchen in der Pubertät, wie die Veränderung der Geschlechtsorgane. Die erste Liebe wird nicht mehr lange auf sich warten lassen.

 

Mit den Kindern über die Pubertät sprechen – Aufklärung

Sobald der Körper sich verändert hat und die Psyche mit dieser Veränderung im Einklang ist, wird noch viel mehr passieren auf dem Weg zum Erwachsen werden. Spätestens dann, wenn sich zu scheuen Küssen die ersten intimen Berührungen dazu gesellen und das wunderschöne kribbeln im Bauch einsetzt, ist es an der Zeit über Verhütung nachzudenken. Doch darüber sollten Eltern mit ihren heranwachsenden Kindern unbedingt frühzeitig offen und ausführlich sprechen.

Verhütung – Mädchen

 

Über Geschlechtsverkehr und Verhütung kann nicht früh genug gesprochen werden. Gerade in der heutigen Gesellschaft, wo schon Kinder, Kinder bekommen, ist Aufklärung doppelt und dreifach wichtig.
Es geht nicht nur um die Pille, vor allem auch um Kondome. Denn es geht nicht nur darum dass diese vor unverhofften Kindersegen schützen. Bei aller Liebe geht es vor allem auch um die Gesundheit. Aids und andere Geschlechtskrankheiten gibt es immer noch. Daran sollte bei der Aufklärung auch gedacht werden.

 

Link zur Homepage:

www.vorname.com/ratgeber/pubertaet-aufklaerung

Sonntag Aktuell Touristikpreis 2015: Hapag-Lloyd Kreuzfahrten für Themenreisen ausgezeichnet

Hamburg (ots)

 - Sonntag Aktuell zeichnet kreative Reiseideen aus - Themenreisen "Fußball Weltmeisterschafts-Talks" von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten prämiert 

Hapag-Lloyd Kreuzfahrten gehört zu den am 18. Januar veröffentlichten Gewinnern des Sonntag Aktuell Touristikpreises 2015. Ausgezeichnet wurde das Themenreisen-Programm am Beispiel der „Weltmeisterschafts-Talk Reisen“ zur Fußball-WM im vergangenen Jahr. Auch 2016 zur Europameisterschaft wird dieses erfolgreiche Format an Bord der EUROPA und EUROPA 2 wiederholt.

Mit dem Touristikpreis zeichnet Sonntag Aktuell jährlich Veranstalter und Touristikbüros für ihre kreativen Reiseideen aus. In diesem Jahr stimmten über 4.000 Leser über die zwölf von der Redaktion vorgeschlagenen Konzepte ab und schlussendlich wurden drei Gewinner gekürt. Hapag-Lloyd Kreuzfahrten erhält die Auszeichnung in der Kategorie „Unterwergs-Reisen“ für das Themenreisen-Programm am Beispiel der „Weltmeisterschafts-Talk Reisen“ zur Fußballweltmeisterschaft in Brasilien im Sommer 2014. Während der WM-Zeit analysierten an Bord der EUROPA und EUROPA 2 auf ausgewählten Reisen unter fachkundiger Leitung von Jochen Sprentzel und Jörg Wontorra Vereinsmanager, ehemalige Nationalspieler oder Schiedsrichter die Spiele und diskutierten mit den Gästen über Spielsituationen, Platzverweise und Schiedsrichterentscheidungen. Aktionen wie eine WM-Lounge, Torwandschießen oder auch kulinarische Begleitungen zu den Spielen rundeten das Programm ab.

Auch zur Europameisterschaft 2016 in Frankreich können sich die Gäste wieder auf die Weltmeisterschafts-Talk Reisen freuen. An Bord der EUROPA und EUROPA 2 wird es auch dann auf ausgewählten Reisen spannende Talkrunden und Spielanalysen mit namhaften Experten geben.

Ebenfalls zum Programm der Themenreisen an Bord der Hapag-Lloyd Kreuzfahrten Schiffe gehören unter anderem Familienreisen, Golfkreuzfahrten, Gourmet- und Musikreisen oder auch Studienreisen.

 

Webseite:

www.presseportal.de/pm/22469

Fußball: Schädigen Kopf­bälle auf Dauer das Gehirn?

Im Extremfall prallt ein Fußball mit 100 Stundenkilo­meter auf den Kopf eines Spielers, wenn er ihn als Kopf­ball annimmt. Eltern von US-Fußball­junioren sorgen sich, dass Kopf­bälle im Fußball dem Gehirn lang­fristig schaden können. Sie fordern strengere Regeln und haben kürzlich gegen den Welt­fußball­verband Fifa und mehrere US-Fußball­verbände Klage einge­reicht. test.de sprach mit Experten, um zu klären, wie groß die Gefahr durch Kopf­bälle wirk­lich ist.

Eltern von US-Juniorfuß­ballern in Sorge

In Deutsch­land ist Fußball traditionell die beliebteste Sport­art bei Kindern und Jugend­lichen. Für 2014 registrierte der Deutsche Fußball­bund fast 1,9 Millionen Junior­mitglieder bis 18 Jahre. Mitt­lerweile wächst auch beim US-Nach­wuchs die Fußball­begeisterung – doch Mütter und Väter sind nicht immer begeistert vom Soccer. Sie fürchten unter anderem Gehirn­erschütterungen und chro­nische Hirn­schäden durch Kopf­bälle. Deshalb haben Eltern von Juniorfuß­ballern in den USA Ende August 2014 US-Fußball­verbände sowie die Welt­fußball­organisation Fifa vor einem Gericht in Kalifornien verklagt: Die Fußball­regeln reichen ihrer Einschät­zung nach nicht aus, um beispiels­weise vor Kopf­ball-Folgen zu schützen und sollten daher verschärft werden. In vielen Sport­arten, die in den USA populär sind, wie Base­ball, Eis­hockey und American Football, ist das Tragen eines Kopf­schutzes üblich. Die Fifa wollte sich auf Anfrage von test.de nicht zu dem aktuellen Gerichts­verfahren äußern. Laut medizi­nischen Fachleuten der Fifa werden die Auswirkungen des Kopf­ball­spiels aber erforscht.

Studien deuten Risiken an

In den vergangenen Jahren erschienen verschiedene Studien, die einen Zusammen­hang zwischen intensivem Kopf­ball­spiel, Hirn­ver­änderungen und kognitiven Defiziten andeuten: So analysierten etwa Wissenschaftler der New Yorker Yeshiva Universität per diffusions­gewichteter Magnetresonanztomografie unnormale weiße Stellen im Gehirn von Fußballern, die laut eigener Angaben jeweils mehr als 885 Bälle im Jahr köpfen (Soccer Heading Is Associated with White Matter Microstructural and Cognitive Abnormalities). Diese Spieler schnitten bei kognitiven Tests schlechter ab als Spieler, die seltener köpften. Auch ein Forscher­team aus den USA und Deutsch­land hatte in den Gehirnen von Profifuß­ballern im Vergleich zu Leistungs­schwimmern groß­flächigere Veränderungen in der weißen Substanz entdeckt, die für die Nerven­kommunikation bedeut­sam ist (White Matter Integrity in the Brains of Professional Soccer Players Without a Symptomatic Concussion). Die Autoren schließen einen Zusammen­hang zum Kopf­ball­spiel nicht aus. Allerdings räumen sie selbst metho­dische Grenzen ihrer Studien ein – nur wenige Dutzend Probanden, kein Lang­zeitfokus.

Gehirn­erschütterungen nach Zusammenprall

Der Kinder­chirurg Professor Peter P. Schmittenbecher vom Klinikum Karls­ruhe, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie, hält das Risiko durch Kopf­bälle bei Kindern und Jugend­lichen für trag­bar. Es lägen keine evidenz-basierten Studien vor, die Anlass zur Sorge gäben. Auch zu akuten Verletzungen führten Kopf­bälle nur sehr selten. „Von etwa 14 000 Notfällen, die wir im Klinikum Karls­ruhe jähr­lich versorgen, sind Unfälle durch Kopf­bälle die absolute Ausnahme“, sagt Professor Schmittenbecher. Viel häufiger verursachten Kopf-an-Kopf-Zusammen­stöße beim Fußball Gehirn­erschütterungen und Prel­lungen. Das bestätigt auch die jüngste Verletzungs­studie des europäischen Fußball-Dach­verbands Uefa für Top-Profi-Clubs. Danach gehen nur etwa 0,5 Prozent der Verletzungen auf das Konto von Kopf­bällen. Deutlich mehr Kopf­verletzungen entstehen danach durch den Zusammenprall mit Torpfosten oder Mitspielern. Als besonders gefähr­lich gelten sogenannte Quer­schläger – Bälle, die während des Spiels den Kopf unvor­hergesehen mit Wucht treffen. Sie können lebens­bedrohliche Hirn­blutungen auslösen.

Biomechaniker setzen auf Technik und Training

Biomechaniker der Deutschen Sport­hoch­schule in Köln beschäftigten sich mit den Risiken des Kopf­ball­spiels aus bewegungs­wissenschaftlicher und traumatologischer Sicht. „Hart geschossene Fußbälle mit Spitzen­geschwindig­keiten bis zu 100 Stundenkilo­metern werden nur selten in Anflug­richtung zurück beschleunigt“, erklärt Erich Kollath von der Sport­hoch­schule Köln. Daher wirke meist nur ein Teil der Kraft auf den Kopf. Zudem entständen die meisten Kopf­ball­situationen nach Flanken, bei denen der Ball bei weitem nicht Maximal­geschwindig­keit habe. Kollath ist über­zeugt, dass ein adäquates Techniktraining Risiken verringern kann: „Vor der Kontakt­phase beim Kopf­ball sollte der Spieler eine Ausholbewegung in entgegen­gesetzter Richtung ausführen.“ Zudem sollten die Augen möglichst lange offen bleiben, um die Flugbahn des Balls besser abschätzen zu können und ihn dann präzise mit der Stirn zu treffen. Kräftige Nacken- und Rück­muskeln trügen dazu bei, die einwirkende Kraft besser zu verteilen. Wichtig: „Bei einem Kinder- und Jugend­training sollten maximal drei Serien von jeweils zehn Kopf­bällen mit alters­gemäßen Bällen durch­geführt werden“, rät Kollath. Dazwischen seien Pausen von sieben bis zehn Minuten wichtig. Als Spiel­element gewinne der Kopf­ball über­dies erst ab der C-Jugend vermehrt an Bedeutung, also ab 13 Jahren. Dann erst werde aus tech­nisch-taktischer Sicht das Spiel über Außen mit Flanken vor das Tor bedeut­samer.

Den richtigen Ball wählen

Die Wucht von Kopf­bällen lässt sich auch durch passende Bälle verringern. Je nach Alter sollten Fußball­trainer beim Kopf­ball­training Bälle aus leichtem Material einzusetzen, empfiehlt Kollath. Dazu eigneten sich im Vorschul­alter Schaum­stoff- und Softbälle. Bei Kindern bis zehn Jahren sollten zwischen­durch spezielle Light-Bälle zum Einsatz kommen. „Dadurch verlieren die Kinder die Angst vor dem Kopf­ball­spiel und können sich auf die Aneignung der richtigen Technik konzentrieren“. Biomecha­nische Messungen hätten ergeben, dass sich neben der Anflug­geschwindig­keit auch der Luft­druck eines Balls auf den Aufprall auswirke. Er darf laut Richt­linien von 0,6 bis 1,1 bar variieren, sollte beim Kopf­ball­training aber keinesfalls ausgeschöpft sein. Der Deutsche Fußball­bund empfiehlt für Kinder- und Jugend­training zudem kleinere und leichtere Bälle. Ein Wett­kampf­ball sollte bis einschließ­lich E-Jugend maximal 290 Gramm wiegen, ein herkömm­licher Fußball bringt bis zu 450 Gramm auf die Waage. Egal, ob beim Amateur- oder Profifuß­ball – längst rollen Bälle mit einer wasser­abweisenden Schutz­schicht über den Rasen. Die saugen sich – anders als früher die offenporigen Lederbälle – nicht mit Wasser voll und werden bei Nässe nicht schwerer.

Kopf­schutz über­zeugt nicht

Besonders in den USA diskutieren Fachleute seit Jahren, ob ein spezieller Kopf­schutz vor Gehirn­erschütterungen schützen kann. In den Vereinen dort tragen vor allem Frauen und jüngere Spieler einen stirnband­ähnlichen Schutz. Die Fifa hat das genehmigt. Wissenschaftler der Universität Northern Kentucky beschrieben 2009 in einer Über­blicks­studie, dass noch Forschungs­bedarf beim Thema Kopf­schutz bestehe (Protective Headgear for Soccer Players: An Overview). Offen­bar können handels­übliche Modelle Schädel und Hirn bei Zusammen­stößen schützen, der Nutzen bei Kopf­bällen ist noch nicht belegt. Doch Ingenieure tüfteln an neuen Materialien: 2014 präsentierten indonesische und malaysische Forscher einen Test, wonach ein Kopf­schutz aus dem Schaum vom Knieschützern die Wucht von Kopf­bällen dämpfen kann (Impact-absorbing Materials in Reducing Brain Vibration Caused by Ball-to-head Impact in Soccer).

Kopf­bälle machen Spiel spannend

„Beim Fußball besteht eben ein gewisses Verletzungs­risiko“, sagt der Kinder­chirurg Schmittenbecher. Er hält es trotzdem für sinn­voll, wenn Kinder Fußball spielen. Durch Inaktivität entständen neue Risiken wie Überge­wicht, Gelenk­probleme und Diabetes. Diese Einschät­zung dürfte Fußball­taktiker freuen: „Mit Kopf­bällen können vor dem gegnerischen Tor gefähr­liche Situationen entstehen“, schreibt der Deutsche Fußball­bund in seinen Trainings­empfehlungen für C-Jugend-Spieler. Die Welt­meisterschaft in Brasilien habe gezeigt, dass Flanken und Stan­dard­situationen durch kopf­ball­starke Spieler an Durchschlags­kraft gewinnen.

Fazit: Eltern sollten Training beob­achten

Es liegen keine über­zeugende Studien vor, die gesundheitliche Schäden durch moderates Kopf­ball­spielen im Kinder-, Jugend- und Amateurfuß­ball nach­weisen. Allerdings raten Experten, Kopf­bälle im Kinder- und Jugend­fußball oft auch mit leichteren Bällen und grund­sätzlich nicht im Über­maß zu trainieren. Eltern von Vereins-Fußball­junioren können sich bei den Trainern erkundigen, wie oft und mit welchem Ball­material sie Kopf­bälle einüben. Das größte Risiko für Gehirn­erschütterungen und andere schwerwiegende Kopf­verletzungen entsteht beim Fußball offen­bar, wenn Spieler mit den Köpfen oder Pfosten zusammen­stoßen. Aber egal, was die Ursache ist: Sobald der Verdacht einer Gehirn­erschütterung besteht, sollten betroffene Spieler sofort mit dem Spiel aufhören und einen Arzt aufsuchen. Möglicher­weise wird der eine längere Fußball­pause verordnen, weil Gehirn­erschütterungen ausheilen müssen.

 

Website:

www.test.de/Fussball-Schaedigen-Kopfbaelle-auf-Dauer-das-Gehirn-4789629-0

FAQ Rauchmelder: Wann und wo die Lebens­retter ab 2015 Pflicht sind

Weil Rauchmelder vor dem Tod durch Feuer und durch das Einatmen von Rauch schützen können, werden sie in immer mehr Bundes­ländern zur Pflicht. Inzwischen müssen Eigentümer von Häusern und Wohnungen vieler­orts sogar Altbauten mit den Warngeräten nach­rüsten. In Baden-Württem­berg und Hessen muss das bis zum 31. Dezember 2014 geschehen. Finanztest erklärt, welche Regeln in den einzelnen Bundes­ländern gelten und was sie für Eigentümer und Mieter bedeuten.

In Baden-Württem­berg, Hamburg, Hessen, Meck­lenburg-Vorpommern, in Rhein­land-Pfalz und Schleswig-Holstein müssen die Rauchmelder in allen Neu- und Altbauten installiert sein. In Bayern, Bremen, Nieder­sachsen, Nord­rhein-West­falen, Saar­land, Sachsen-Anhalt und Thüringen gilt die Einbaupflicht zunächst nur für Wohnungen, die neu gebaut werden. In den kommenden Jahren sind dort die Altbauten aber auch mit Rauchmeldern nach­zurüsten. In Berlin, Brandenburg und Sachsen gibt es dagegen derzeit weder für Neu- noch für Altbauten eine Melder­pflicht.

Einbau meist Vermietersache

In der Regel der Eigentümer. Der Mieter muss den Vermieter zur Installation der Geräte in die Wohnung lassen. In Meck­lenburg-Vorpommern ist der Bewohner zur Installation der Geräte verpflichtet. In den Ländern Hamburg, Rhein­land-Pfalz und Sachsen-Anhalt ist nicht klar geregelt, ob Vermieter oder Mieter die Rauchmelder einbauen müssen. „Hier sind die Eigentümer zuständig“, sagt Leif Peterson, Hamburger Fach­anwalt für Miet- und Wohnungs­eigentums­recht. Dies ergebe sich bereits aus der Verkehrs­sicherungs­pflicht des Eigentümers für das Gebäude. In Eigentums­anlagen entscheidet die Gemeinschaft per Mehr­heits­beschluss über den Einbau. Das bedeutet: Wer dagegen gestimmt hat, muss den Einbau dennoch bei sich dulden und auch mitbezahlen.

Rauchmelder müssen in Schlafräumen, Kinder­zimmern und Fluren, die als Rettungsweg dienen können, installiert werden. Grund­lage dafür ist die Bauordnung des jeweiligen Bundes­landes. Rauchmelder sollten an der Zimmerdecke angebracht werden – am besten in der Mitte. Bei einem Brand sterben Menschen in den meisten Fällen, weil sie das Feuer nicht bemerken und im Schlaf ersti­cken.

Bislang keine flächen­deckenden Kontrollen

Unmittel­bar passiert nichts. Es ist kein Bußgeld für Sünder vorgesehen. Nach den Landes­bau­ordnungen ist aber dann ein Bußgeld möglich, wenn ein Eigentümer einen Rauchmelder ohne das EU-Sicher­heits­zeichen „CE“ installiert. In der Praxis dürften solche Bußgelder aber selten sein, da keine flächen­deckenden Kontrollen statt­finden. Beim Kauf von Rauchwarngeräten sollten sich Vermieter und Mieter an gut getesteten Geräten orientieren.

Nein. Betriebs­kosten sind nur solche Ausgaben, die regel­mäßig, etwa monatlich oder jähr­lich, beim Betrieb einer vermieteten Immobilie entstehen. Wer Rauchmelder kauft und einbaut, hat diese Kosten aber nur einmalig. Statt Rauchmelder zu kaufen, können Vermieter diese aber auch von externen Firmen mieten. Ob die dann regel­mäßig fälligen Miet­kosten als Betriebs­kosten gelten, die der Mieter zahlen muss, ist umstritten. Der Deutsche Mieterbund sagt Nein. Es gibt aber ein Urteil des Land­gerichts Magdeburg, wonach die Miet­kosten umleg­bar sind (Az. 1 S 171/11). Ob sich diese Recht­sprechung durch­setzen wird, ist fraglich. Über die Miet­kosten eines Öltanks etwa hat der Bundes­gerichts­hof 2008 entschieden, dass diese der Vermieter nicht als Betriebs­kosten umlegen kann (Az. VIII ZR 92/08).

Einbau eines Rauchmelders gilt als Modernisierungs-Maßnahme

Ja. Der Einbau von Rauchmeldern ist eine Modernisierung der Wohnung. Dies recht­fertigt eine Miet­erhöhung. Der Vermieter darf die Jahres­miete laut Gesetz dauer­haft um 11 Prozent der Ausgaben erhöhen. Hohe Summen fallen so aber nicht an.

Beispiel Miet­erhöhung: Der Vermieter gibt 200 Euro aus, um Rauchmelder zu kaufen und in einer vermieteten Wohnung installieren zu lassen. Er darf die Jahres­miete daher um 22 Euro erhöhen. Die monatliche Miete steigt also um 1,83 Euro.

Wartung von Rauchmeldern

In Baden-Württem­berg, Bayern, Bremen, Hessen, Nieder­sachsen, Nord­rhein-West­falen und Schleswig-Holstein ist die Frage klar geregelt: Der Bewohner ist zuständig, es sei denn, der Eigentümer über­nimmt die Aufgabe freiwil­lig. Da in Meck­lenburg-Vorpommern der Bewohner zum Einbau der Rauchmelder verpflichtet ist, muss er die Geräte auch warten lassen. In den übrigen Ländern ist, wie beim Einbau auch, in der Landes­bau­ordnung niemand konkret zur Wartung verpflichtet. Auch hier ist nach Ansicht von Rechts­anwalt Peterson der Vermieter zuständig.

Die Wartung ist in der Din 14676 geregelt. Danach wird etwa über­prüft, ob die Öffnungen des Rauchmelders frei von Staub und Flusen sind, und ein Probealarm ausgelöst. Notfalls werden Batterien ausgewechselt. Wenn Mieter zum Beispiel durch eine Klausel im Miet­vertrag für die Wartung zuständig sind, sollten sie diese nicht selbst durch­führen, sondern einen Techniker beauftragen. Denn wer die Geräte selbst wartet und Fehler macht, haftet im Falle eines Brands möglicher­weise für Schäden.

Ja, das darf er, wenn die Kosten im Miet­vertrag erwähnt sind. Steht dort unter dem Stich­wort „Sons­tige Betriebs­kosten“ auch die Position „Wartung Rauchmelder“, muss der Mieter zahlen. Umstritten dagegen ist, was gilt, wenn die Wartungs­kosten nicht explizit im Miet­vertrag aufgeführt sind. Laut dem Land­gericht Magdeburg darf der Vermieter die Wartung dennoch auf die Mieter verteilen (Az. 1 S 171/11). Das Amts­gericht Biele­feld aber stellt sich auf die Seite des Mieters (Az. 17 C 288/11): Wartungs­kosten, die nicht im Vertrag stehen, muss er nicht bezahlen.

Eigentümer sollten kein Risiko eingehen

Das ist unklar. Es gibt noch keine Urteile. Die Versicherungs­gesell­schaft Allianz schreibt: „Ein Rauchmelder soll nicht vor Sach­schäden schützen, sondern Menschen­leben retten. Daher wird die Allianz deutsch­land­weit auch bei Verstoß gegen die Rauchmelder­pflicht den Versicherungs­schutz in vollem Umfang bieten.“ Anders das Amts­gericht Hamburg-Blankenese 2013: Eigentümer, die trotz Pflicht keine Melder einbauen, gefährden den Schutz aus einer Gebäude­versicherung (Az. 531 C 125/13). Nach Ansicht des Hamburger Rechts­anwalts Leif Peterson sollten Eigentümer gar kein Risiko eingehen. „Es ist nicht auszuschließen, dass Versicherer bei Schadenfällen in Zukunft die Leistung kürzen, wenn Rauchmelder trotz Pflicht in der Wohnung fehlen.“ Um Menschen­leben zu schützen und den eigenen Versicherungs­schutz nicht zu gefährden, sollten Eigentümer und Bewohner die Pflicht deshalb auf jeden Fall ernst nehmen.

 

Homepage besuchen:

www.test.de/FAQ-Rauchmelder-Wann-und-wo-die-Lebensretter-ab-2015-Pflicht-sind-4792308-0

TUI stellt sich auf Währungswechsel in Athen ein

Kaum jemand erinnert sich noch an Andreas Andreadis, der 2011 für einige Tage die deutschen und griechischen Schlagzeilen beherrschte. Der Präsident des griechischen Tourismusverbandes hatte damals im Brustton der Überzeugung erklärt: „Kein griechischer Hotelier wird sich darauf einlassen.“ Womit er auf eine Euro-Währungsklausel anspielte, die Deutschlands größter Reiseveranstalter TUI in die Verträge aufnehmen wollte, um sich bei einer Rückkehr zur Drachme gegen Wechselkursverluste zu wappnen.

Andreadis sollte sich irren. Heute, vier Jahre später, verfolgt die TUI die von der Bundesregierung forcierte Diskussion über einen möglichen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone gelassen. Man sei auf jegliche Währungsereignisse eingestellt. Die Verträge seien inzwischen derart gestaltet, dass Verbindlichkeiten immer in Euro zu zahlen seien, sagte ein TUI-Sprecher gegenüber der „Welt“.

TUI baut Marktführerschaft aus

Er bestätigte zugleich, dass die neue Währungsklausel für Verträge mit Hoteliers aller europäischen Länder gelte, mit denen die TUI Geschäfte macht. 2011 hatte der damalige TUI-Deutschland-Chef Volker Böttcher nur die griechischen Unternehmer in die Pflicht nehmen wollen, nicht jedoch die spanischen, italienischen oder portugiesischen, was die Empörung in Athen ob der Ungleichbehandlung noch befördert hatte.

In der Zwischenzeit haben sich die Wogen geglättet, und das auch deshalb, weil die TUI das Versprechen, ihre Marktführerschaft bei den Hellenen auszubauen, trotz ihrer anhaltenden Streiklust gehalten hat. So ist die Zahl der in den Griechenland-Katalogen gelisteten Hotels von 281 im Jahr 2011 auf 452 in der Sommersaison 2015 gestiegen.

Im gleichen Zuge erhöhte der Veranstalter auch die Zahl der Flugsitze. „Gegenüber dem Vorjahr haben wir das Kontingent von TUIfly um zehn Prozent aufgestockt“, so der Sprecher. Die TUI ist davon überzeugt, dass ein großer Teil der deutschen Reisenden, die den nordafrikanischen und arabischen Raum wegen der anhaltenden Unruhen meiden, auf Griechenland ausweicht.

Und weil unter diesen „Neuzugängen“ vermutlich viele jüngere Urlauber seien, will der Veranstalter „mehrere moderne Hotels aus den Reisewelten ‚TUI Scene‘ und ‚TUI Lifestyle‘ auf Kreta, Kos, Korfu sowie auf dem Westpeloponnes eröffnen: „Wir glauben, dass die Region Chania auf Kreta Trendziel Nummer eins in diesem Jahr wird.“

Währungsvorteile für Urlauber

Vorsichtiger äußerte sich der Unternehmenssprecher zu den Folgen eines Euro-Ausstiegs – er heißt im euphemistischen Neusprech nun „Grexit“ – für die Urlauber. So hatte der frühere TUI-Deutschland-Chef Böttcher 2011 zugesichert, dass die TUI Währungsvorteile, die sich durch eine wahrscheinlich sehr viel schwächere Drachme ergäben, an ihre Kunden weiterreicht: „Sollten durch eine Drachmen-Währung die Reisepreise günstiger werden, würden die Vorteile weitestgehend – oder man kann sagen eins zu eins – weitergegeben.“ Das heißt, die Kosten für Griechenland-Reisen sinken.

Demgegenüber heißt es heute aus TUI-Kreisen lediglich: „Selbst wenn Griechenland die Euro-Zone verlassen sollte, hätte das für unsere Gäste keine Auswirkungen auf ihre gebuchte Reise. Die veröffentlichten Preise gelten weiterhin.“

Zwar vermutet man auch heute, dass „ein Euro-Ausstieg eine Abwertung der neuen griechischen Währung gegenüber dem Euro zur Folge hätte“. Allerdings wird in diesem Zusammenhang im Statement lediglich von verringerten Nebenkosten gesprochen: „Dann würden Lebensmittel, Getränke und Eintritte für Sehenswürdigkeiten noch günstiger als bisher.“

 

Zuerst veröffentlicht auf:

www.welt.de/reise/nah/article136076047/